Zwei Tote nach Angriff in Straßburg - Terror-Hintergrund vermutet

Länder: Frankreich

Tags: #Terror, Straßburg

Augenzeugen, Angaben zu Sicherheitsvorkehrungen und Terrorgefahr auf Weihnachtsmarkt, Reaktionen der Regierung
Bei einem mutmaßlichen Anschlag auf den Straßburger Weihnachtsmarkt sind mindestens zwei Menschen getötet und elf weitere verletzt worden. Ein Bewaffneter eröffnete am Dienstagabend das Feuer auf dem Markt in der Straßburger Innenstadt und ergriff dann die Flucht, wie die Polizei mitteilte. Erste Erkenntnisse ließen ein terroristisches Motiv denkbar erscheinen: Die Anti-Terror-Staatsanwaltschaft schaltete sich umgehend ein.
Der Täter wurde nach Polizeiangaben identifiziert, Beamte verfolgten den flüchtigen Mann. Straßburgs Weihnachtsmarkt gilt als potenzielles Anschlagsziel und ist deswegen besonders gesichert.
Frankreichs Präsident Emmanuel Macron entsandte Innenminister Christophe Castaner an den Tatort und ließ sich nach Angaben seines Büros laufend über die Ereignisse informieren. Das Innenministerium sprach von einem "ernsthaften Sicherheitsvorfall" und forderte die Bewohner auf, zu Hause zu bleiben.
Augenzeugen berichteten, dass gegen 20.00 Uhr mehrere Schüsse zu hören gewesen seien. Die Menschen in den Gassen hätten die Flucht ergriffen. "Wir haben mehrere Schüsse gehört, vielleicht drei, und dann haben wir Leute rennen sehen", sagte eine Augenzeugin zu AFP. "Eine von ihnen ist gestürzt - ich weiß nicht, ob sie gestolpert ist oder getroffen wurde."
Nach den Schüssen auf dem Weihnachtsmarkt riegelte die Polizei auch das Gebäude des Europäischen Parlaments in Straßburg ab, wie ein AFP-Reporter berichtete. Dort finden in dieser Woche Plenarsitzungen des Parlaments statt, hunderte Abgeordnete und ihre Mitarbeiter halten sich deshalb in der Stadt auf. Wegen der polizeilichen Absperrung konnten Parlamentarier, Mitarbeiter und Journalisten das Gebäude am Abend zunächst nicht verlassen.
Der Straßburger Weihnachtsmarkt ist einer der ältesten und größten in Europa. Nach Angaben der Stadt gibt auf dem Markt in der historischen Innenstadt rund 300 Buden. Der Markt zieht viele Besucher in die elsässische Stadt. Er gilt seit längerem als potenzielles Ziel für eine Terrorangriff und wird deswegen verstärkt von der Polizei bewacht.
Täglich sind rund 300 Polizisten und 160 private Wachleute auf dem Weihnachtsmarkt im Einsatz. Die Zufahrt für Autos ist drastisch eingeschränkt, Betonblöcke sollen Auto-Attentäter abhalten.
"Die Terrorgefahr ist sehr hoch", hatte Frankreichs Innenstaatsekretär Laurent Nuñez im November bei einem Besuch zu Beginn des Straßburger Weihnachtsmarkts gesagt. "Die Vorkehrungen sind getroffen, um dieses für Straßburg und Frankreich so wichtige Ereignis mit seinen vielen Besuchern aus aller Welt zu sichern."