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Zwei Deutsche Fernsehpreise für ARTE-Koproduktionen

Länder: Deutschland

Tags: ARTE, Fernsehen, Preis

Für "24h Jerusalem" und "Putins Spiele" wurde ARTE bei der diesjährigen Verleihung mit dem Deutschen Fernsehpreis ausgezeichnet. Als "Bester Mehrteiler Dokumentation" wurde "24h Jerusalem" prämiert, ein Projekt bei dem ARTE während 24 Stunden ohne Unterbrechung aus der israelischen Hauptstadt berichtete und den Alltag von 24 Protagonisten begleitete. “Putins Spiele” wurde in der Kategorie "Beste Dokumentation" ausgezeichnet. Alexander Gentelev sei "eine entlarvende Politstudie" zu den Olympischen Spielen in Sotschi gelungen, hieß es in der Begründung.

Den Nahostkonflikt beleuchten

Fünf Jahre nach "24h Berlin" hat ARTE im April 2014 ein weiteres Großprojekt gewagt. "24h Jerusalem" zielte darauf ab, dem deutsch-französischen Publikum den Nahostkonflikt verständlich zu machen. Hierfür wurde der Alltag von 24 Protagonisten, Israelis wie auch Palästinensern, in der geteilten Stadt gezeigt.

"24h Jerusalem hat kein Ende und kann auf verschiedene Arten geschaut werden. Wir haben versucht, ein großes Bild zu konstruieren, aber man merkt, dass manche Teile Mühe haben, sich zu vereinen. Diese Brüche machen das Ganze interessant", erklärt der Regisseur des Projekts Volker Heise. Besonders an diesem Projekt war, dass dem Zuschauer ermöglicht wurde in Echtzeit, parallel zum Film, Bonusmaterial auf einem zweiten Bildschirm (Tablet, Smartphone, Computer) anzusehen.   

 

Sotchi als Farce

Über drei Jahre hat Alexander Gentelev recherchiert, was die Spiele in Sotschi für die Region und den russischen Staatshaushalt bedeuten. Sein Bericht sorgte in Russland für solches Aufsehen, dass die Premiere in Moskau vor einem Jahr aus Sicherheitsgründen ohne Gentelev stattfinden musste.

Im Vorfeld der Spiele hatte Präsident Wladimir Putin verkündet, dass der olympische Traum Millionen Russen einen würde. Der Autor des Dokumentarfilms zeichnet jedoch ein anderes Bild: das von Familien, die in der Nähe von Sotschi leben und wochenlang ohne Wasser auskommen mussten und das von Menschen, die komplett obdachlos wurden.

Außerdem zeigt Gentelev auf, welche Geschäfte in den Kulissen getrieben worden sind, erzählt von Korruption, Erpressung und Rücksichtslosigkeit. Dabei arbeitete der Autor neben dem Tragischen auch bewusst das Absurde heraus. Seine Darstellung zeigt Sotschi 2014 als Farce, in der ein allmächtiger Herrscher sich langweilt und die Puppen tanzen lässt. Genau diese zweiseitige Analyse überzeugte die Jury des Deutschen Fernsehpreises.

Zuletzt geändert am 8. Dezember 2016