Zu Früh gejubelt? - 10Jahre Osterweiterung

Länder: Bulgarien, Tschechische Republik, Frankreich, Deutschland, Rumänien, Slowakei

Tags: THEMA, EU

Mit Pauken und Trompeten sind 2004 zehn neue Länder der Europäischen Union beigetreten. Nachdem der Eiserne Vorhang den Kontinent ein halbes Jahrhundert voneinander getrennt hatte, schlug die EU mit der Ost-Erweiterung ein neues Kapitel auf. Konnten die Neulinge – zu denen man mittlerweile auch Rumänien, Bulgarien und Kroatien hinzufügen muss - Profit aus ihrem EU-Beitritt ziehen? Während Estland Erfolge mit seinen neuen Technologien verzeichnen konnte, scheint Bulgarien nicht aus dem wirtschaftlichen und politischen Tief herauszukommen – das liegt nicht zuletzt auch daran, dass Bulgarien mit einem Flüchtlingsstrom aus Syrien fertig werden muss. Aus der modernen und dynamischen Metropole Warschau versucht Andrea Fies mit Reportagen, Gesprächen und Analysen Antworten auf die offenen Fragen zu finden.

Die Gäste:

 

Günther Pleuger

Der 79-jährige deutsche Diplomat hatte verschiedene diplomatische Posten im In- und Ausland inne. Nach seinem Studium der Rechtswissenschaft und der Politischen Wissenschaft in Köln und Bonn, verbrachte er ein Jahr an der Ecole nationale d'administration (ENA) in Paris. Die Höhepunkte seiner Karriere: von 1999 bis 2002 war er Staatssekretär des Auswärtigen Amts, und übernahm ab November 2002 bis Juli 2006 die Vertretung der Bundesrepublik Deutschland bei den Vereinten Nationen in New York. In seine Amtsperiode fiel auch der Vorsitz Deutschlands im Weltsicherheitsrat. Seit dem 1. Oktober 2008 ist er Präsident der Europa-Universität-Viadrina in Frankfurt. 

 

György Dalos

Der ungarische Schriftsteller und Historiker wurde am 23. September 1943 in Budapest geboren, wo er von seiner Großmutter aufgezogen wurde, nachdem sein Vater im Arbeitslager ums Leben gekommen war. Nach einem Geschichtsstudium in Moskau zwischen 1962 und 1967 wurde er Mitglied der ungarischen Partei KP. Auf Grund seiner als staatsfeindlich angesehenen Aktivitäten erhielt er Berufsverbot. 1984 erhielt er ein Stipendium des DAAD, um im Recherchezentrum Osteuropa in Bremen zu arbeiten. Zwischen 1987 und 1995 arbeitete er für verschiedene Radiosender und Zeitungen in Wien und Budapest. 1992 erhielt er den Posten des Direktor der Heinrich Böll Stiftung in Köln. Für seine Veröffentlichungen erhielt er vier Preise, darunter den Leipziger Buchpreis zur Europäischen Verständigung im Jahr 2010. Heute arbeitet er als freier Schriftsteller in Berlin. 

 

Vladimir Vasak

Der 50-jährige Reporter arbeitet für ARTE. Er ist Moderator, Regisseur und Journalist. Sein journalistischer Schwerpunkt liegt in den Ländern der Ex-UdSSR, auf dem Balkan und in Nordamerika. Höhepunkte seiner journalistischen Karriere sind unter anderem seine Arbeit für das Atelier Robert Doisneau. Er schrieb für die Fotos des bekannten französischen Fotografen Untertitel schrieb. Es handelt sich dabei um Aufnahmen, die Doisneau 1945 im Elsass gemacht hatte. Zu Vaskas weiteren Arbeiten zählen zwei Web-Dokumentationen. In einer für ARTE produzierten Web-Dokumentation geht es um die Stadt Palmsprings in Kalifornien und eine für France Télévisions gefertigte Dokumentation handelt vom Schicksal der „Halles“ in Paris. 2009 gewann er den europäischen Journalistenpreis Louise-Weiss für seinen 40 minütigen Dokumentarfilm „Eine Reise um das Schwarze Meer“. 

 

Die EU-Erweiterung aus der Sicht von Martin Schulz und Jacques Rupnik:

Vladimir Vasak hat Martin Schulz, Präsident des Europaparlaments, und Jacques Rupnik, Professor am Pariser Institut für Politikstudien und Experte für Mittel- und Osteuropa, interviewt.

Ist der Euro ein Fluch oder ein Segen?

Diese Frage hat Europa zwiegspalten, auch im Osten. Das beste Beispiel sind Tschechien und die Slowakei, zwei Länder, die früher einen einzigen Staat bildeten, haben heute unterschiedliche Standpunkte. Wer stand nun während der Wirtschaftskrise auf der richtigen Seite? Antworten gibt es in unserer Reportage: