Zentral-Afrika: Christen töten Moslems

Länder: Zentralafrikanische Republik

Tags: Christen, Moslems, Seleka, balaka

Vor drei Monaten verlor Michel Djotodia das Amt des Präsidenten, kaum ein Jahr hatte er sich an der Macht gehalten. Seitdem herrscht das Chaos in der Zentralafrikanischen Republik. Im Westen des Landes jagen und töten die Christen weiterhin die Moslems – trotz aller militärischen Präsenz der panafrikanischen Misca und der französischen Eingreiftruppe Sangaris. Die Moslems fliehen zu tausenden in improvisierte Unterkünfte, stecken dort dann aber fest wie in der Falle - ohne jede humanitäre Hilfe.

Centrafrique : l'impossible réconciliation ? (extrait)

Samstag, 19. April

17:10

ARTE Reportage

 

In Bangui, im Viertel rund um die Große Moschee, leben nur noch ein paar tausend Moslems, täglich bedroht durch die Überfälle der Anti-Balaka, der christlichen Milizen, oder durch Plünderer, die das Chaos nutzen, um sich zu bereichern. Auch in Boda, einer kleinen Stadt südwestlich von Bangui mit 30 000 Einwohnern, fürchten die Moslems um ihr Leben – sie stellen hier immerhin die Hälfte der Bevölkerung, die andere Hälfte sind Christen. Die Menschen in Boda leben gut, vor allem durch den Handel mit Diamanten. Die 11 000 verbliebenen Moslems überleben zurzeit nur durch die Präsenz der französischen Soldaten.  

Zwischen Christen und Moslems scheint ein Frieden nicht mehr möglich. Die neue Regierung der Zentralafrikanischen Republik unter der Präsidentin Catherine Samba Panza scheint unfähig, die Wut der Christen im Land zu besänftigen und die Anti-Balaka-Milizen in die Schranken zu verweisen. 

Von Michel Dumont, Éric Bergeron und Isabelle Nommay – ARTE GEIE – Frankreich 2014