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WM in Russland: Querelen unerwünscht

Länder: Russland

Tags: Diplomatie, sport, Wladimir Putin, Kreml, Boykott

Am Donnerstag wird in Russland die Fußball-Weltmeisterschaft angepfiffen. Der Kreml will Russland in bestem Licht präsentieren. An schlechter Presse besteht kein Interesse. So kommen Russland und die Ukraine nach 16 Monaten der diplomatischen Funkstille just vor dem Anpfiff der WM wieder an den Verhandlungstisch. Um eine Eskalation zu verhindern, zeigt sich Russland sogar verhandlungsbereit, was den Austausch von politischen Gefangenen angeht. Dennoch gibt es Streitpunkte, die der Kreml während der WM nur schwerlich ignorieren kann. ARTE Info mit einem Überblick:

Drei Angelegenheiten, die Putin während der WM beschäftigen
Coupe du Monde de Russie : les trouble-fête de Vladimir Poutine
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Jean-Baptiste Guégan hat ein Buch über die Machenschaften im russischen Fußball publiziert. Gegenüber ARTE Info erklärt er, welches Bild der Kreml als Organisator der Weltmeisterschaft abgeben möchte und warum eine Form der Opposition zugelassen ist.

Coupe du Monde : une vitrine pour la Russie
Fußball-WM: Ein vielfältiges, offenes Russland Wie wird der Kreml mit den Protestbewegungen während der WM umgehen?  Fußball-WM: Ein vielfältiges, offenes Russland

Interview: : Adrien Lac, Patrick Schulze-Heil, Paul Albertini

Friedensprozess in der Ukraine - Zwischen Blauhelm-Mission und der Politik der kleinen Schritte

16 Monate lagen diplomatische Verhandlungen zwischen Russland und der Ukraine auf Eis, obwohl sich die Situation im Donbass gemäß den Angaben der Mission der Organisation für Sicherheit und Zusammenarbeit (OSZE) in den letzten Monaten verschlechtert hat. Die Beschlüsse des Minsker Abkommens werden täglich verletzt. Am 11. Juni haben sich die Außenminister der Ukraine und Russlands unter Vermittlung der Amtskollegen aus Deutschland und Frankreich, Heiko Maas und Jean-Yves Le Drian, getroffen. Im Mittelpunkt stand ein möglicher UN-Blauhelmeinsatz im Donbass. Die Ukraine fordert schon länger eine internationale Aufsicht über die Lage in dem Kriegsgebiet. Russlands Präsident Wladimir Putin hatte seinerseits vergangenen September eine UN-geführte Mission ins Spiel gebracht. Doch die Vorstellungen, wie diese auszusehen hat, gehen weit auseinander. Russland will die Friedenstruppen vor allem an der Frontlinie in der Ostukraine einsetzen. Die Soldaten könnten dann die Beobachter der OSZE schützen. Der Ukraine geht das nicht weit genug: Sie will Blauhelme im ganzen Kriegsgebiet, vor allem an der rund 400 Kilometer langen Grenze zu Russland, denn Kiew wirft Moskau vor, die prorussischen Separatisten über die Grenze hinweg mit Kämpfern und Waffen zu versorgen. Zu erwarten sind hingegen kleine Schritte auf Nebenschauplätzen. So könnte zum Beispiel ein Austausch von Gefangenen verabredet werden. Dutzende Ukrainer sollen in Russland sowie Dutzende Russen in der Ukraine in Haft sein.

 

Zuletzt geändert am 14. Juni 2018