Wie Macron kommuniziert

Länder: Frankreich

Tags: Emmanuel Macron, Kommunikation, Medien

Weniger Parlamentarier, das Ende des Ausnahmezustands und mehr Europa: Frankreichs neuer Präsident hat am Montag die großen Linien seiner Präsidentschaft umrissen. Dazu hatte er Nationalversammlung und Senat ins Schloss von Versailles geladen. Die Wahl des Ortes ist ungewöhnlich und sorgte für viel Kritik.

Der französische Kongress tritt sehr selten zusammen. Als Nicolas Sarkozy Kammer und Senat 2009 angesichts der dramatischen Weltwirtschaftskrise für eine Regierungserklärung nach Versailles rief, war es die erste Sitzung in dieser Form seit 1873. Im November 2015 rief François Hollande die Abgeordneten erneut an diesem Ort zusammen. Der Anlass: Die Terroranschläge von Paris. 

Dieses Format will sich Emmanuel Macron nun zu eigen machen. Er plant jedes Jahr eine Grundsatzerklärung, eine Art französische "State of the Nation"-Rede. Die Opposition reagierte empört: Nicht nur der gewählte Ort wurde kritisiert, sondern auch, dass Macron seinem Premierminister Edouard Philippe die Show stahl – Philippe wird am Dienstag sein Regierungsprogramm vorstellen. Es hieß, Macron stelle sich bewusst ins Zentrum der Aufmerksamkeit und wolle seinen Premier schwächen. Die Medien werfen ihm zudem einseitige Kommunikation vor, denn das traditionelle Interview am 14. Juli, dem französischen Nationalfeiertag, wurde kurzerhand abgesagt. 

Welche Kommunikationsstrategie verfolgt Emmanuel Macron? Verweigert er sich dem Dialog mit den Journalisten? Und hat er sich von den Grundsatzreden der amerikanischen Präsidenten inspirieren lassen? Diese Fragen hat ARTE Info dem französischen Politologen Stéphane Rozès gestellt.  

 

Zuletzt geändert am 3. Juli 2017