Wer bleibt, verblutet?

Länder: Europäische Union

Tags: Europäische Union, Schengen, Ärzte, Ärztemangel

Die Abwanderung der Ärzte ist eines der sensibelsten Beispiele der europäischer Binnenmigration. In Bulgarien kehren jedes Jahr 500 bis 600 Ärzte ihrem Land den Rücken zu. Für die Kliniken dort hat das schwere Folgen. Denen, die gehen wollen, wird es zudem leicht gemacht. Denn Ärztescouts kommen extra in den Osten, um Mediziner abzuwerben und sie nach Deutschland zu locken. Drei Betroffene erzählen.

In Bulgarien sterben Menschen, weil zu viele Ärzte das Land verlassen haben. Notärzte können nicht mehr rechtzeitig vor Ort sein, weil es zu wenig Rettungswagen gibt. Sie sind überfordert.

Dessislawa Kateliewa ist so eine von ihnen. Ohne Zweitjob käme sie nicht über die Runden. In einem anderen Land könnte sie das Vierfache verdienen. Doch anstatt zu gehen, will Dessislawa dafür kämpfen, dass sich die Lage der Notärzte in Bulgarien verbessert.

 

WEB 5 PORTRAIT DR KATELIEWA

 

Nicht nur in Bulgariens Hauptstadt Sofia ist der Ärztemangel spürbar. Auch in Pernik, 30 Kilometer südwestlich fehlt es an Medizinern. Chefarzt und Klinikchef Anatoli Mitow versorgt gemeinsam mit oft älteren und überlasteten Kollegen die Patienten. 

 

WEB 6  PORTRAIT DR MITOV

 

Junge Mediziner wandern nicht nur aus Bulgarien ab. Auch aus anderen Ländern Osteuropas gehen sie freiwillig in den Westen, oder werden abgeworben - von Headhuntern, wie Rainer Groll.  Er sucht in ganz Osteuropa nach medizinischen Fachkräften für den deutschen Markt. 

 

WEB 7  PORTRAIT RAINER GROLL

 

Zuletzt geändert am 8. Dezember 2016