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Was ist der „komparative Kostenvorteil“ nach David Ricardo?

Länder: Europäische Union

Tags: David Ricardo, durchgecheckt, Arbeitslosichkeit

1817 formulierte David Ricardo die Theorie des „komparativen Kostenvorteils“. Ist sie auch 200 Jahre später noch aktuell?  

1817 formulierte David Ricardo in seiner Abhandlung „über die Grundsätze der politischen Ökonomie und die Besteuerung“ die Theorie der „komparativen Kostenvorteile“, mit der er das rund 40 Jahre zuvor von Adam Smith aufgestellte Modell der „absoluten Kostenvorteile“ weiterentwickelte.

Unter „absolutem Kostenvorteil“ versteht man, dass ein Land (oder eine Person) in allen betrachteten Bereichen kostengünstiger produzieren kann als ein anderes.

Die Defizite von heute sind die Steuern von morgen."

David Ricardo

Das Konzept „komparativer Kostenvorteil“ bedeutet, dass ein Land (eine Person, ein Unternehmen) fähig ist, auf einem bestimmten Gebiet zu vergleichsweise geringeren Kosten zu produzieren als ein anderes Land. Die ökonomische Theorie besagt, dass die Länder (Personen, Unternehmen) gut daran tun, sich auf das Gebiet zu spezialisieren, auf dem sie vergleichsweise am produktivsten sind.

David Ricardo formulierte seine Theorie mit Blick auf den Außenhandel. Auch heute noch gehört sie zu den Grundlagen der internationalen Arbeitsteilung: der Beste spezialisiert sich auf den Produktionsbereich, in dem er den größten komparativen Kostenvorteil hat; die anderen nehmen, was übrig bleibt: In der Theorie würde, wenn jeweils nur die Besten produzierten, zwangsläufig die Produktivität steigen; allerdings wären dann die anderen zur Untätigkeit verdammt.

Zuletzt geändert am 8. Dezember 2016