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Wann ist Sterbehilfe erlaubt?

Länder: Deutschland

Tags: Euthanasie

Es gibt mehrere Arten der Sterbehilfe:

 

 

Aktive Sterbehilfe ist die Tötung eines Menschen auf Verlangen, zum Beispiel durch eine Überdosis an Schmerzmitteln. Sie ist in Deutschland verboten und wird mit bis zu fünf Jahren Haft bestraft.

Indirekte Sterbehilfe ist erlaubt, wenn sie dem Willen des Patienten entspricht. Sie bedeutet die Inkaufnahme eines vorzeitigen Todes durch die Verabreichung von starken Schmerzmitteln. Selbst wenn Medikamente als ungewollte Nebenwirkung unter Umständen das Leben verkürzen, ist deren Vergabe zulässig, solange das Ziel die Linderung der Leiden ist, denn sie erlauben dem Patienten einen Tod in Würde und Schmerzefreiheit.

Passive Sterbehilfe ist ebenfalls straflos. Ärzte dürfen lebenserhaltende Maßnahmen (z.B. künstliche Beatmung oder Ernährung) eines schwerkranken Patienten stoppen, wenn dieser das ausdrücklich verlangt hat und die Maßnahmen den Eintritt des Todes lediglich verzögern, also die Krankheit in ihrem Verlauf nicht mehr aufgehalten werden kann und somit keine Hoffnung auf Heilung mehr besteht. Dieses Sterbenlassen ist auch bei nicht mehr entscheidungsfähigen Patienten straffrei und sogar rechtlich geboten, wenn der Patient dies vorher geäußert oder zum Beispiel in einer Patientenverfügung veranlasst hat.

Die Beihilfe zum Suizid ist bislang straflos. Ein Patient erhält dabei, etwa von einem Arzt, ein tödlich wirkendes Medikamen, mit dem er sich selbst umbringt. Solange der Patient das Medikament selbst und aus freiem Willen einnimmt, bleibt der Helfer straffrei. Diese Form der organisierten Beihilfe zum Selbstmord (assistierter Suizid), die von Sterbehilfevereine angeboten wird, will Bundesgesundheitsminister Hermann Gröhe (CDU) verbieten lassen.

 

Zuletzt geändert am 8. Dezember 2016