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Von Uganda nach Amerika: Auf den Spuren des Zika-Virus

Länder: Monde

Tags: Zika, Brasilien, Olympiade

Die Weltgesundheitsorganisation (WHO) hat wegen der raschen Ausbreitung des Zika-Virus und dessen möglicher Verbindung mit Schädelfehlbildungen bei Neugeborenen den globalen Gesundheitsnotstand erklärt. Vor fast 70 Jahren wurde das Virus im Zika-Wald von Uganda entdeckt. Erst heute wird es als globale Bedrohung betrachtet.

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Das Zika-Virus und die Gefahr für Schwangere : Die Reportage von ARTE Journal aus Salvador, Brasilien.

Nachdem die Weltgesundheitsorganisation WHO Ende Januar vor einer explosionsartigen Verbreitung des Virus gewarnt hatte, hat sie am 1. Februar den internationalen Gesundheitsnotstand ausgerufen. Im Jahr 2014 hatte die WHO die Ebola-Epidemie und die Schweinegrippe als internationalen Gesundheitsnotstand eingestuft.

Viele Fragen rund um das seit Jahrzehnten bekannte Virus sind weiterhin unbeantwortet. Etwa, ob das Virus tatsächlich die Ursache für Schädelfehlbildungen bei Neugeborenen oder das Guillain-Barré Syndrom ist. 

 

Babies mit Mikrozephalie

Wie die verwandten Typen Dengue und das West-Nil-Virus wird auch das Zika-Virus von Stechmücken (siehe unten) übertragen. Die Konsequenzen sind vergleichsweise aber weit weniger schlimm. Gefährlich sind jedoch die Schädelfehlbildungen (Mikrozephalie) bei Neugeborenen. In Brasilien, wo das Zika-Virus besonders verbreitet ist, wurden seit dem aktuellen Ausbruch etwa 4.000 Babys mit Mikrozephalie geboren. Ihre Köpfe sind kleiner als die von normalen Babys, was mit Hirnschäden einhergehen kann. Darum werden unter anderem Schwangere in den betroffenen Ländern medizinisch beobachtet. Gleichzeitig soll das Diagnoseverfahren für Zika und Mikrozephalie standardisiert und die Moskito-Bekämpfung verstärkt werden. Für das Zika-Virus gibt es aktuell noch keinen Impfstoff.

 

Das Zika-Virus ist seit Jahrzehnten bekannt. Vor fast 70 Jahren wurde es im Zika-Wald von Uganda entdeckt, doch hat sich das Virus erst 2015 in Brasilien explosionsartig ausgebreitet und gilt fortan als globale Bedrohung:

Der Zika-Erreger wird von Stechmücken übertragen: Bei bisher bekannten Ausbrüchen handelte es sich vor allem um die ägyptische Gelbfiebermücke Aedes aegypti, die in weiten Teilen der Tropen und teilweise auch in den Subtropen verbreitet ist. Das Insekt misst fünf Millimeter. Seine geographische Ausbreitung hat es der globalen Klimaerwärmung zu verdanken. Symptome bei Ausbruch des Virus sind Fieber oder Hautausschläge, beides ist nach ein paar Tagen ausgestanden. Nahe Verwandte des Zika-Virus sind das Dengue-Virus, das West-Nil-Virus oder Gelbfieber, die ebenfalls von Aedes-Mücken übertragen werden. 

Einschleppung und Ausbreitung in Europa befürchtet

Mit der weiteren Ausbreitung des Zika-Virus in der WHO-Region Gesamtamerika wächst das Risiko der Einreise von Infizierten in die Europäische Region. In mehreren Ländern wurden bislang eingeschleppte Fälle gemeldet, auch in Deutschland und in der Schweiz. Die WHO fügt aber hinzu, dass die Gefahr einer Übertragung des Zika-Virus im Winter äußerst niedrig ist. Zwar gäbe es Aedes-Mücken in mehreren Ländern der Europäischen Region, doch seien die derzeitigen klimatischen Verhältnisse für ihre Aktivität ungeeignet. Sollte sich das Virus auch in den Frühlingsmonaten noch verbreiten, erhöhe sich das Risiko für eine Übertragung, so die WHO. 

Zuletzt geändert am 8. Dezember 2016