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Visa pour l'image

Länder: Frankreich

Tags: Photographie, Visa pour l'image

Visa pour l'image, eines der größten internationalen Festivals für Fotojournalismus findet bis zum 14. September im südfranzösischen Perpignan statt. Themenschwerpunkt in diesem Jahr ist die Krise in der Ukraine. Richard Bonnet hat mit dem ehemaligen Fotoreporter Etienne Montes und dem Kriegsfotografen Patrick Chauvel über ihre Erfahrungen und Erinnerungen gesprochen. Und darüber, wie sich der Beruf des Fotoreporters verändert.

 
Perpignan : Visa pour l'image

 

 Das Festival in Zahlen

- 26 Ausstellungen
- 6 nächtliche Open-Air-Projektionen vom 1. bis 6. September
- Mehrere Preise und Stipendien in einer Gesamthöhe von über 150.000 Euro
- 230.000 Besucher

 

Visa pour l'image 2014

 

Jedes Jahr zieht das internationale Fotofestival mehr Besucher nach Perpignan. Innerhalb weniger Jahre ist das Festival auch zum Treffpunkt der internationalen Foto-Szene geworden: Fotochefs großer Tageszeitungen und Magazine sowie Fotojournalisten aus der ganzen Welt kommen hier zusammen. Ausstellungen und nächtliche Projektionen beleuchten die großen und kleinen Ereignisse dieses Jahres. Visa pour l'image zeigt bekannte Arbeiten ganz großer Fotografen und holt noch nie gesehene Bilder aus den Archiven, die neue Sichtweisen auf das zeitgenössische Geschehen eröffnen.

 

Zwei bedeutende Ereignisse stehen dieses Jahr im Zentrum des Festivals: der religiöse Konflikt in Zentralafrika und die Ukraine-Krise. Eine bisher unveröffentlichte Ausstellung eröffnet einen neuen Blick auf den Vietnamkrieg. Sie präsentiert Bilder von Fotografen der vietnamesischen Armee, die mit der Unterstützung der UdSSR gegen die Amerikaner gekämpft haben.

 

Eine Auswahl der Ausstellungen :

"Ceux du Nord" (Die aus dem Norden), ein neuer Blick auf den Vietnamkrieg

Fotografien gesammelt von Patrick Chauvel

 

Vor vierzig Jahren ging der Vietnamkrieg zu Ende. Es war einer der Kriege, die am stärksten mediatisiert wurden. Man erinnert sich an die symbolträchtigen Fotos von Larry Burrows, Don McCullin, Philip Jones Griffiths, Gilles Caron, Horst Faas, Henri Huet … Bilder der Fotojournalisten, die von dem Krieg auf amerikanischer Seite berichtet haben - die Seite derer aus dem Süden. Aber kaum etwas ist von der Arbeit jener bekannt, die unter dem Beschuss der B-52-Bomber gearbeitet haben, jener vietnamesischen Soldaten, die Fotografen wurden: "Die aus dem Norden".

 

 

Der Konflikt in der Zentralafrikanischen Republik

 

Michaël Zumstein / Agentur VU' für Le Monde

 

Im März 2013 hat die mehrheitlich muslimische Rebellenbewegung Séléka in Bangui die Macht ergriffen und das korrupte Regime von François Bozizé zu Fall gebracht. Wochenlang verbreiten die Truppen des neuen Präsidenten Michel Djotodia Angst und Schrecken. Sie plündern und attackieren die christliche Bevölkerung. Seit September 2013 fährt Michaël Zumstein immer wieder in die Zentralafrikanische Republik. Er wird Zeuge der Übergriffe auf die christliche Bevölkerung. Dann, als sich die Macht umkehrt und die christlichen Milizen der Anti-Balaka die muslimische Bevölkerung zum Exodus zwingen, hält er eine ausufernde Gewalt fest, wie man sie davor kaum gesehen hat. 

 

 


William Daniels / Panos Pictures
Preisträger des Visa d'Or humanitaire des Internationalen Komitees vom Roten Kreuz (IKRK) 2014

 

 

Pierre Terdjmam

 

 

Der Ukraine-Konflikt

De Maïdan au Donbass (Vom Maidan bis zum Donezbecken) 

Guillaume Herbaut / Institute

 

Alles hat mit ein paar Tweets begonnen, die dazu aufriefen, auf dem Maidan-Platz zu protestieren. Studenten wollten ihrem Ärger darüber Luft machen, dass sich der damalige Präsident Janukowytsch geweigert hatte, ein Partnerschaftsabkommen mit der EU zu unterschreiben und eine Eurasische Wirtschaftsunion mit Wladimir Putin vorzog. Der Aufstand wurde zur Revolution, der korrupte Präsident aus seinem Amt vertrieben. Dann hat Russland die Krim annektiert. Seitdem zerfällt die Ukraine. Was erleben wir heute mit? Die Geburt einer Nation? Das Ende der sowjetischen Ära oder die Rückkehr des russischen Reichs auf das internationale Schachbrett? Was als Ukraine-Krise begann könnte leicht zu einer Krise von internationalem Ausmaß werden. 

 

 


Maxim Dondyuk
Preisträger des Remi Ochlik Preises der Stadt Perpignan 2014

 

Zuletzt geändert am 8. Dezember 2016