"Verlorene Zeit" von Pierre Schoeller

ARTE Reportage - Samstag, 11. Juli 2015 - 17:05

Länder: Irak

Tags: Pierre Schoeller, Kurdistan, Flüchtlinge, Dokumentarfilm

Der Filmregisseur Pierre Schoeller bat einige Flüchtlinge darum, ihre alltäglichen, ganz persönlichen Lebensumstände zu filmen und hat so für ARTE Reportage einen starken Film realisiert. Die Reportage überzeugt durch ihre Direktheit, mit der über das Lager von Kawergosk im kurdischen Nordirak gesprochen wird

Nur wenige Wochen nachdem das Lager von Kawergosk eingerichtet worden war, beschritt Pierre Schoeller diese Alleen von Zelten, die inmitten von Schlamm stehen und an denen ein heftiger Wind entlangpfeift. Der Filmemacher sollte keine Fiktion drehen, sondern einen Dokumentarfilm - übrigens seinen ersten - über den Alltag der kurdischen Flüchtlinge, die aus Syrien gekommen sind. Dafür hat Pierre Schoeller einen besonderen Weg eingeschlagen. Er bat einige Flüchtlinge,  selbst ihre alltäglichen, ganz persönlichen Lebensumstände zu filmen. Männer, Frauen und Kinder, die gegen ihren Willen zu Flüchtlingen wurden. Mit den Figuren seiner früheren Filme wie "Versailles" (2008) oder anderen haben diese Protagonisten wenig zu tun. Und doch beweist Schoeller auch hier, wieviel Zärtlichkeit er für seine handelnden Personen empfindet. Mit seinem Beitrag liefert er anrührende Alltagsszenen, bittere Zeugenaussagen und unterstreicht damit die Würde, mit der die Bewohner von Kawergosk ihrer Situation gegenübertreten.

 

"The lost time" by Pierre Schoeller

 

Im Interview spricht Pierre Schoeller über seine Eindrücke im Lager Kawergorsk. Davon, was ihn berührt hat und was er ihm in Erinnerung bleibt nach diesen wenigen Tagen mit den Flüchtlingen.

 

Interview with Pierre Schoeller

 

Zuletzt geändert am 8. Dezember 2016