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Vereinigtes Königreich - Die Droge „Superman“ fordert erste Opfer

Länder: Großbritannien

Tags: drogue, Superman

Der Siegeszug einer neuen Ecstasy-Pille, auf der das Superman-Logo abgebildet ist, ruft die britischen Behörden auf den Plan. Vier Menschen starben an Silvester nach dem Konsum der neuen Modedroge.

 

 

Die rautenförmige rosa Tablette trägt das gleiche Supermann-„S“, das auch auf der Brust des Comic-Helden prangt, und wirkt völlig unscheinbar – doch die neue Ecstasy-Spielart ist tödlich. An Silvester starben vier Männer in den britischen Städten Ipswich und Telford, nachdem sie die neue Partydroge konsumiert hatten, die im Unterschied zu der sonst üblichen chemischen Verbindung MDMA das wesentlich gefährlichere PMA (para-Methoxyamphetamin) enthält. Auch in Norwegen und den Niederlanden kam es zu Todesfällen.

 

Im Dezember 2014 waren in Dublin bereits 120 000 „Superman“-Pillen aus Belgien in einem Gesamtwert von 1,2 Millionen Euro beschlagnahmt worden. ”

 

Die britische Polizei entdeckte kurze Zeit später im Stadtzentrum von Ipswich 400 der tödlichen Tabletten und warnte die Bevölkerung vor den fatalen Folgen der neuen Droge, die sich offenbar zunehmender Beliebtheit erfreut. „Wir wissen nicht, wie viele dieser Pillen noch im Umlauf sind. Wir bitten daher alle Personen, die sich noch in Besitz derartiger Pillen befinden […], diese bei den Behörden abzugeben“, erklärte Abteilungsleiter John Brighton von der Polizei der Grafschaft Suffolk, in der auch die Stadt Ipswich liegt. Im Dezember 2014 waren in Dublin bereits 120 000 „Superman“-Pillen aus Belgien in einem Gesamtwert von 1,2 Millionen Euro beschlagnahmt worden.


Eine „unlogische“ Drogenpolitik

Eingeweihte sind von der tödlichen Wirkung der Tabletten überrascht. Sie erklären, dass die Dealer – wie jeder andere Geschäftsmann auch – stets darauf Wert gelegt hätten, das Leben ihrer Kunden nicht aufs Spiel zu setzen. Auf der Webseite des Magazins Vice wundert sich der Journalist Max Daly über den Erfolg von PMA, da MDMA „heute so einfach zu beschaffen und günstig [ist], wie in den vergangenen zehn Jahren nicht“.
In einem Artikel des Guardian liefert der Neuropsychologe David Nutt einige Erklärungsansätze. Der Experte weist darauf hin, dass sich die Ecstasy-Hersteller nach der Beschlagnahme von 50 Tonnen Safrol (dem Grundstoff von MDMA) 2010 in Thailand anderen Ausgangsstoffen zugewandt hätten, aus denen nun PMA entwickelt worden sei.
Der ehemalige Regierungsberater für Drogenfragen kritisiert in diesem Zusammenhang „eine repressive und unlogische Politik“ der britischen Regierung. Seiner Auffassung nach sind die PMA-Opfer der schlagende Beweis dafür, dass „der Verbot einer Droge [in diesem Fall MDMA] zur Entwicklung alternativer Drogen [PMA] mit noch schädlicheren Auswirkungen führt“.

 

Franck Berteau

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Zuletzt geändert am 8. Dezember 2016