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Van der Bellen ist Sieg nicht mehr zu nehmen

Länder: Österreich

Tags: Bundespräsidentschaftswahl, FPÖ

Der frühere Grünen-Chef Alexander Van der Bellen hat die Präsidentschaftswahl in Österreich gewonnen: Die rechtspopulistischen FPÖ erkannte am Sonntagabend die Wahlniederlage ihres Kandidaten Norbert Hofer an. FPÖ-Generalsekretär Herbert Kickl gratulierte Van der Bellen am Sonntagabend im österreichischen Fernsehen zu seinem Wahlsieg.

Österreich: Sieg der pro-Europäer
Österreich: Sieg der pro-Europäer Österreich: Sieg der pro-Europäer Österreich: Sieg der pro-Europäer

 

Van der Bellen lag Hochrechnungen zufolge deutlich vor Hofer. Laut den Hochrechnungen, die nach der Schließung der Wahllokale veröffentlicht wurden, kam Van der Bellen auf rund 53 Prozent der Stimmen, der FPÖ-Politiker Hofer auf etwa 46 Prozent.  

Hofer gestand seine Niederlage auf Facebook ein.
 

 

Van der Bellen wertete seinen Sieg als Votum für einen proeuropäischen Kurs seines Landes. Europaweit reagierten Politiker mit Erleichterung darauf, dass nach dem Brexit-Referendum und Donald Trumps Wahlsieg in den USA Rechtspopulisten keinen weiteren Erfolg feiern konnten.

Die Abstimmung in Österreich war von beiden Seiten als Lagerwahlkampf gesehen worden und hatte eine starke politische Polarisierung des Landes gezeigt. Im ersten Wahlgang im April war Hofer auf Platz eins gelandet, bei der Stichwahl im Mai lag Van der Bellen dann knapp vorn. Wegen Unregelmäßigkeiten wurde diese Stichwahl jedoch annulliert. Rund 6,4 Millionen Österreicher waren nun erneut zur Stimmabgabe aufgerufen.

Zu den bestimmenden Wahlkampfthemen gehörten Abstiegsängste in der Bevölkerung, die Flüchtlingskrise, die Auswirkungen der EU-Erweiterung und die Sparpolitik. Das Staatsoberhaupt in Österreich hat vergleichsweise große Vollmachten. Seine wichtigste Befugnis ist dabei die Ernennung und die Entlassung des Bundeskanzlers und damit derBundesregierung ohne Vorschlag oder Begründung.

Zuletzt geändert am 5. Dezember 2016