Valls großer Auftritt

Länder: Frankreich

Tags: Manuel Valls, Frankreich, Regierung

"Zu viel Leid, zu wenig Hoffnung." Manuel Valls, begann seine erste Rede vor der Nationalversammlung in seiner neuen Funktion als Premierminister mit einer sozialen Note.

Hier einige Reaktionen aus den europäischen Nachbarstaaten auf den Auftritt von Manuel Valls. Darunter können Sie lesen, was der neue Premierminister im Detail gesagt hat.  

 

 

Manuel Valls kritisierte, dass den geringen Gehaltschecks der Franzosen eine hohe Steuerlast gegenüberstehe und gestand – mit Blick auf die Kommunalwahlen – das die Franzosen ihr "Bedürfnis nach Recht eingefordert haben." Er gehe mit offenen Augen durchs Leben und habe ein offenes Ohr für "die Rentner, die nach einem langen Arbeitsleben mit

Ich höre die Angestellten, die in einer so prekären Situation leben, dass ihr Alltag kein Arbeitsalltag, sondern das blanke Überleben ist.

 

einer mikrigen Rente leben; die Arbeiter, die schon zu lange auf einen neuen Arbeitsplatz warten; die Angestellten, die in einer so prekären Situation leben, dass ihr Alltag kein Arbeitsalltag, sondern das blanke Überleben ist; die Chefs der Mittelstandunternehmen, die Handwerker und die Verkäufer, die alle nur eine Idee im Kopf haben: ihre Firma und ihre Angestellten zu retten; die Landwirte, die an ihren Betrieben hängen, aber die sich hohen Schulden und einer gewissen Form von Einsamkeit gegenüber sehen." 


Im Folgenden hat sich Manuel Valls an den harten Brocken gewagt: er sprach unter anderem die Senkung der Arbeitskosten um 30 Milliarden Euro bis 2016 an. Dazu zählt vor allem die zum 1. Januar 2015 geplante Streichung der Arbeitgeberkosten für einen Arbeitnehmer, der nach dem Mindestlohn bezahlt wird. 

 

50

Milliarden Euro will die Regierung Valls zwischen 2015 und 2017 einsparen.

 

Nächster Punkt, die Einsparungen. Viele Einsparungen. Insgesamt 50 Milliarden Euro zwischen 2015 und 2017 : Davon würden etwa 19 Milliarden auf den Staatshaushalt entfallen. Jeweils etwa zehn Milliarden Euro sollen Krankenversicherung und Kommunen beisteuern. Die Abgabenlast für Unternehmen will Valls bis 2020 von 33 auf 28 Prozent verringern.

 

Viele andere Themen schnitt der Premierminister an. Die Energiewende - einen Gesetzesentwurf will er noch vor dem Sommer vorbringen. Die Schulzeiten - sie sollen reformiert werden. Die Regionen - ihre Anzahl soll halbiert werden. Und die Räte der Departements sollen abgeschafft werden. 

 

Der Euro ist um 10 Prozent teurer als im Sommer 2012. Das macht den Exporten zu schaffen.

 

Europa wurde hingegen nur kurz erwähnt. Die französischen Unternehmen sollten nicht unter einem zu "starken Euro" leiden müssen. Zum heutigen Zeitpunkt sei der Euro "um 10 Prozent teurer als im Sommer 2012, was den Exporten zu schaffen macht". 

 

Einen Satz widmete er der deutsch-französischen Freundschaft, bevor er die Anschuldigungen des rwandischen Präsidenten Kagame zurückwies, wonach Frankreich 1994 eine Rolle im ruandischen Völkermord gespielt hätte. Seine Rede hat Manuel Valls mit dem traditionellen Loblied auf die französische Nation beschlossen. Nur in wenigen Ländern wäre es einem im Ausland geborenen möglich, eins der höchsten Ämter des Landes zu bekleiden.

 

Hugues Jardel, Fanny Lepine, Thomas Simmon, Laure Siegel, Janina Schnoor, Thierry Millotte

 

 

 

Zuletzt geändert am 8. Dezember 2016