USA: Tote ohne Namen

ARTE Reportage - Samstag, 11. Februar 2017 - 16:50

Länder: Vereinigte Staaten Von Amerika

Tags: United States, John Doe, Tote ohne Namen

400 Leichen finden sie jedes Jahr in der Wüste an der Grenze zu Mexico – Unbekannte, verdurstet auf dem Weg in die USA.

USA : Le cimetière des sans nom

 

„Glauben Sie, eine Mauer wird Menschen stoppen, die hungrig sind?“

Sie wollten wohl die scharfen Grenzkontrollen umgehen, denn die erwischen jeden Tag 700 illegale Einwanderer und schieben sie gleich wieder in ihre Heimatländer ab - deshalb nahmen sie lieber mit kleinem Gepäck den gefährlichen Weg durch die Wüste. Wie viele von ihnen durchkommen, das weiß offenbar niemand, aber die Rancher in der Grenzregion finden jedes Jahr 400 unbekannte Tote. Die Polizei registriert sie alle zunächst einmal unter dem Namen John Doe, in der Hoffnung, sie bald identifizieren zu können.    

Sheriff Benny Martinez aus Texas bemüht sich besonders darum, den dutzenden unbekannt Verstorbenen ihre Namen wieder zu geben: Er übergibt sie der Anthropologin Kate Spradley und der Gerichtsmedizinerin Corinne Stern: Beide untersuchen die Knochen, fahnden nach Indizien ihrer Herkunft und analysieren ihre DNA, damit sie die mit den Namen und Daten auf den Vermisstenlisten in Mexico vergleichen können. Auf diese Weise haben sie schon viele Tote ohne Namen identifizieren und in ihre Heimat überführen können, damit ihre Angehörigen sie dort ehrenvoll bestatten konnten.    

 

von Adrien Rappoport, David Muntaner und Charlotte Fonne – ARTE GEIE – Babel Press – United States 2016

Zuletzt geändert am 10. Februar 2017