USA: Häuser für Obdachlose

Länder: Vereinigte Staaten Von Amerika

Tags: Los Angeles, Obdachlose

"Housing Works" holt viele Obdachlose in Los Angeles von der Straße - mit einer ganz neuen Methode.

USA : SDF l'autre solution

Die Sozialarbeiter von Housing Works nehmen sich vor allem der scheinbar hoffnungslosen Fälle an, Männer und Frauen, die schon Jahre und Jahrzehnte auf der Straße leben, die suchtkrank sind oder psychiatrische Probleme haben. Bislang war es Bedingung, dass diese Obdachlosen erst einmal ihre Alkohol- oder Drogenprobleme lösen sollten, ehe sie eine Wohnung vermittelt bekamen. Housing Works sieht das anders: Sie vermitteln ihnen zuerst eine Wohnung und arbeiten dann mit ihnen an ihrer neuen Integration in die Gesellschaft. Die Wohnung ist für sie das Symbol des Neuanfangs und der Ort, das Leben von dort aus in den Griff zu bekommen. 

Diese neue Methode überzeugt die Behörden in den USA mehr und mehr, vor allem finanziell: Ein Obdachloser kostet die Gemeinschaft im Jahr bis zu 150 000 Dollar, durch die Kosten für eventuelle Behandlungen in Notaufnahmen, Vertreibung oder Festnahme durch die Polizei, Gefängnis oder Massenunterkunft. Dagegen kostet es die Behörden nur etwa 25000 Dollar pro Jahr, sich um einen ehemaligen Obdachlosen in einer Wohnung zu kümmern. In den USA hat der Bundesstaat Utah auf diese Weise bis jetzt 91 Prozent seiner Obdachlosen geholfen – « Housing first » war zunächst von der Regierung unter Barack Obama ins Leben gerufen worden, um bis 2016 alle obdachlosen Armee-Veteranen von der Straße zu holen. 

 

von Catherine Monfajon, Yann Varenne und Ludovic Fossard – ARTE GEIE / Découpages – Frankreich 2016

Zuletzt geändert am 8. Dezember 2016