Ukraine – Wohin? Ein Land im Ausnahmezustand

Länder: Ukraine

Tags: manifestations

Die Tage bis zur Präsidentschaftswahl am 25. Mai werden zur Zerreißprobe für die Ukraine. Der Maidan in Kiew – er ist längst kein Platz mehr der bürgerschaftlichen Revolution. Männer in Camouflage trainieren Nahkampf für den Fall des russischen Einmarsches. Auch im Osten hat sich die Lage nach dem so genannten Referendum noch einmal zugespitzt: Panzer aus Kiew rollen an, um die Besetzung wichtiger Verwaltungsgebäude durch prorussische Separatisten zu beenden. Militärische Macht-Demonstrationen auf beiden Seiten und die Sanktionen aus Europa und den USA gegen Russland lassen ein Ende des Konfliktes in weite Ferne rücken. Droht der Ukraine der Zerfall, vielleicht sogar ein Bürgerkrieg?

Der Film "Ukraine – Wohin? Ein Land im Ausnahmezustand" von Jan Lorenzen, Martin Jabs und Martin Striegel porträtiert die Menschen, die - jeder für sich - für eine andere Vision der Ukraine stehen und kämpfen.

Da ist die junge Russin Katja. Sie lebt mit Ihrem ukrainischen Mann in Kiew und wünscht sich eine Ukraine, die sich - frei vom Einfluss Russlands - Europa zuwendet. 

Zur gleichen Zeit läuft in Donezk Dima zielsicher durch die Barrikaden der prorussischen Separatisten. Für ihn ist klar: Die Kiewer Übergangregierung ist zutiefst korrupt, durchsetzt von Faschisten und Schuld am aktuellen Chaos in der Ukraine. Hier im Osten bereitet man sich auf den Kampf gegen Regierungstruppen und die angeblich anrückenden Faschisten vor.

 

Neben beeindruckenden Bildern und Einblicken in die so unterschiedlichen Welten der Ukrainer durchleuchtet der Film die geopolitischen Interessen von Russland, Europa und den USA. Was hat es mit den Vorwürfen der Russen auf sich, die Maidan-Proteste seien von amerikanischen NGOs finanziert worden? Stecken auf der anderen Seite die Russen hinter den Aufständen im Osten? Und warum ist das Land am Rande Europas überhaupt so wichtig für die Großmächte?