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Ukraine gegen Russland: Agitprop "à la carte"

Länder: Ukraine

Tags: Medien, Krieg, Fernsehen

Nichts geht mehr zwischen Russland und der Ukraine, der Hass aufeinander dringt tief in den Alltag der Menschen: In Moskau verkaufen sie T-Shirts zum Ruhme Putins, doch in Kiew drucken sie sein Bild auf Klopapier oder karikieren ihn mit Hitler-Schnäuzer. 

Ukraine-Russie : dialogue de sourds

 

In beiden Ländern tragen die Medien den Krieg auf ihre Weise aus, beinahe gemäß der Regel aus Sowjetzeiten, nach denen die Journalisten als Sprachrohr von Partei und Regierung dienen müssen. So werden in Russland und der Ukraine die Moderatoren der Nachrichtensendungen in diesen Tagen zu Kriegsherren auf den Bildschirmen. Auf beiden Seiten geht es nicht mehr um Objektivität sondern um pure Propaganda.

Unsere Reporter kontrastieren die feindlichen Medien und ihre Nachrichtenpropaganda - auf der Suche nach dem Körnchen Wahrheit unter dem großen Haufen Lügen.  

Von Vladimir Vasak und Lysa Zamislova - ARTE GEIE – Frankreich 2014

 
Interview

Unser Korrespondent in Brüssel, Vladimir Vasak, ein Osteuropa- und Russland-Experte, beschreibt wie die Medien die Menschen in Russland und der Ukraine "desinformieren".

 

 

Gespräch

In Moskau treffen wir Wladimir Wladimirowitsch Posner, ein Beobachter der russischsprachigen Medien, der die beiden Moderatoren aus der Reportage gut kennt und eine klare Grenze zieht zwischen Propaganda und Journalismus:

 

 

Vladimir Vladimirovitch Pozner, journaliste à Moscou
@nderswo im Web

(auf Russisch) Die Internetseite und der Youtube Kanal von Savik Shuster, ein Journalist aus Litauen, der in Talkshows im ukrainischen Fernsehen regelmäßig die russische Einmischung anprangert. The Jamestown Foundation, ein Forschungsinstitut, das ursprünglich zur Unterstützungs sowjetischer Dissidenten gegründet wurde, bezeichnet ihn als Unterstützer von Julia Timoschenko.

(auf Russisch) Lenta.ru: eines der meistbesuchten russischen Nachrichtenportale. Erst war es unabhängig, doch dann erschien ein Artikel, in dem ein Wortführer der ukrainischen Nationalisten zitiert wurde, den Moskau anschließend als Extremisten einstufte. Nach diesem Vorfall wurde der Chefredaktor durch einen kremlnahen Kollegen ersetzt. Die Angestellten protestieren gegen die Entscheidung und die darauffolgenden Massenentlassungen. Ihrer Meinung nach diente das alles allein dazu, die Zeitung in ein Propagandaorgan zu verwandeln (mehr dazu im Artikel vom Wall Street Journal). Einige Zeitungsveteranen, darunter auch der Chefredaktor, haben Meduza.io gegründet, ein russisches Nachrichtenportal, im Exil in Lettland (mehr dazu im Artikel von Global Voices online).

(auf Englisch) Sputnik, ein Portal mit Nachrichten aus aller Welt, das während der diplomatischen Krise in der Ukraine online ging. Es wird von der russischen Regierung unterstützt, da es „die aggressive Propaganda gegen Russland bremst“ (mehr dazu im Artikel von Libération).

RT (früher Russia Today): russischer kremltreuer Nachrichtensender, der 2005 auf Sendung ging. Der Sender ist der meistgeschaute Nachrichtenkanal auf Youtube und der zweite meistgeschaute ausländische Sender in den USA. Er sendet auf Englisch, Deutsch, Arabisch und Spanisch.

Euronews: Nachrichtensender, der seine Reportagen auf Russisch und auf Ukrainisch ausstrahlt.

 

Zum Lesen…

Scoop (Evelyn Waugh), die Pressesatire beschreibt den Alltag in einer Redaktion in London und den Umgang der Auslandkorrespondenten mit den Nachrichten, als ein Krieg in einem imaginären Land ausbricht. Sie wurde 1938 veröffentlicht und erscheint aktueller denn je.

 

Fotogalerie der beiden Moderatoren aus der Reportage:

 

 

 

 

Zuletzt geändert am 8. Dezember 2016