Ukraine - ein Jahr nach dem Machtwechsel

Länder: Russland

Tags: Ukraine, Konflikt

Die Ukraine – ein Jahr nach dem Sturz der Regierung Janukowitsch. Ein Land versinkt in Bürgerkrieg und wirtschaftlichem Chaos. Über 1,5 Millionen Menschen mussten ihre Heimat verlassen und befinden sich heute auf der Flucht. Mehr als 6.000 Tote hat der Krieg im Osten des Landes gefordert.

Samstag, 28. März

14:00

Yourope

Ukraine und kein Ende

Die Wirtschaft ist ruiniert. Der Donbass, der ehemalige industrielle Kern des Landes, ist noch immer ein Krisengebiet. Die Landeswährung, der Griwna, hat mehr als die Hälfte des Wertes verloren. In dem ohnehin schon armen Land sind selbst alltägliche Produkte für die Mittelschicht kaum noch zu bezahlen. Ein verhängnisvolles Jahr in der Geschichte der Ukraine.

 

 

Ein Jahr nach der Revolution auf dem Maidan und dem Anschluss der Krim an Russland ist Yourope in der Ukraine unterwegs und fragt nach den Zielen und Hoffnungen der jungen Ukrainer. Besucht werden die Schauplätze der Revolution: Kiew, die Krim und vor allem Odessa. 

 

Der Ukraine-Konflikt in Zitaten
Yourope MDR4  zitaten

 

Was ist geblieben vom revolutionären Elan der Maidan-Bewegung? Für viele Ukrainer nicht viel, denn trotz des Waffenstillstands haben nur wenige Menschen Hoffnung auf eine langanhaltende Besserung ihrer Lage.

 

Kiew

 

Wir treffen die junge Russin Katja wieder, die wir schon 2014 besucht haben. Sie lebt mit ihrem ukrainischen Mann Vazyl und den Kindern in Kiew. Für die Liebe zog sie in die Ukraine, doch ihre Eltern waren dagegen. Seit den Ereignissen auf dem Maidan fühlt sich die Moskauerin mehr als Ukrainerin.

 

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Aktuelle Umfragen des Kiewer Instituts für Soziologie stellen der Politik ein schlechtes Zeugnis aus. Mehr als die Hälfte der Ukrainer sind unzufrieden mit dem Parlament und der Regierung. Mehr als 74 Prozent misstrauen der Justiz und den Sicherheitsbehörden. Politikern wird vorgeworfen, sie seien inkompetent und nicht gewillt, Reformen durchzusetzen.

Unzufrieden sind vor allem junge Menschen. Auswandern ist für sie oft der Ausweg. 81 Prozent der befragten 18- bis 28-Jährigen geben an, dass sie das Land gern verlassen würden. Ihr Hauptziel: die Europäische Union. Was kann die Ukraine tun, um sie noch im Land zu halten? Und welche Zukunft wünschen sie sich?

 

Odessa

 

Wie kaum eine andere Stadt im Land spiegelt Odessa die Situation in der Ukraine wieder. Wie in einem Brennglas zeigt sich hier die Komplexität des Konflikts. Etwa 62 Prozent der Bevölkerung sind Ukrainer. Rund 29 Prozent Russen. Gesprochen wird auf den Straßen Odessas fast ausschließlich Russisch. Die Metropole am Schwarzen Meer war einst eine multikulturelle Vorzeigestadt, ein Schmelztiegel für Ukrainer, Russen, Bulgaren, Juden und Deutsche. Heute ist Odessa gespalten. Pro-russische und pro-ukrainische Ansichten prallen aufeinander. Darüber hinaus sind die Vorstellungen von der Zukunft der Ukraine hier noch weit vielfältiger.

Zu Beginn des vergangenen Jahres kam es in Odessa fast zeitgleich zu Pro-Maidan- und Anti-Maidan Protesten. Am 02. Mai trafen beide Gruppen aufeinander. Die Gewalt eskalierte: Zunächst in einer Straßenschlacht. Bereits hier kommen sechs Menschen ums Leben. Wenig später verlagert sich die Auseinandersetzung ins Zentrum der Stadt. Das Gewerkschaftshaus, in das sich pro-russische Demonstranten zurückgezogen hatten, wird in Brand gesteckt. Da die Hinterausgänge verbarrikadiert sind, gibt es für viele Menschen kein Entkommen. Dutzende Menschen sterben.

 

odessa

 

 

Krim

 

Die Krim ist heute russisch. Laut einer Umfrage von 2014 waren 82% der Befragten mit Putins Politik zufrieden.

Wie ist die Situation heute? 

Unser Bericht

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Ukraine heute: unser Faktencheck

 

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