Tunesien: Geschäfte mit Kleidern

ARTE Reportage - Samstag, 13. Januar 2018 - 16:40

Länder: Türkei

Tags: Klamotten, Handel

Wir konsumieren viermal mehr Kleider als noch vor 30 Jahren und spenden vieles davon für die Armen – ein gutes Werk?   

Tunisie : Le Business du chiffon
Tunesien: Geschäfte mit Kleidern Wir konsumieren viermal mehr Kleider als noch vor 30 Jahren und spenden vieles davon für die Armen – ein gutes Werk?    Tunesien: Geschäfte mit Kleidern

Im Frühjahr gekauft, viermal getragen, und dann in den Container geworfen, als Spende für die Armen. Auf diese Weise konsumieren wir heute unsere Klamotten mit einem guten Gewissen. Allerdings wissen die Wenigsten, dass nur 2 Prozent der Kleiderspenden auch wirklich bei den Armen in der Nachbarschaft ankommen. 98 Prozent geht in die weite Welt. Das hat auch seine Richtigkeit, erklären uns die Verantwortlichen von Emmaüs, einer in Frankreich sehr bekannten und sehr seriösen Hilfsorganisation: Wir spenden nämlich heute viel mehr Kleidung, als die Armen in unserem Ländern überhaupt tragen könnten. Deshalb machen viele daraus ein internationales Geschäft, dass auch noch Geld in die Kassen der Hilfsorganisationen spült – ein Weltmarkt von 5 Milliarden Euro im Jahr!

Die Kleider werden aus dem Container geholt, noch im Land grob sortiert und dann zum Beispiel nach Tunesien geschickt. Dort sortieren 1000 Arbeiterinnen in einer „Fabrik“ alles noch einmal nach fein ausgeklügelten Kriterien: Unverkäufliches kommt als Stoff ins  Recycling, gut Tragbares geht auf die Basare in Afrika, Designer-Ware schicken sie wieder zurück nach Europa: Nicht nur in Paris haben sich einige Boutiquen auf Second-Hand-Chic spezialisiert – Vintage-Mode, vom Altkleider- Container in den Szene-Laden.

 

Von Sandro Lutyens und Hamdi Tlili – EMP et Ja’ou Prod - Frankreich 2018

Zuletzt geändert am 12. Januar 2018