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Türkische Kurden: Repression und Radikalisierung

Länder: Türkei

Tags: Türkei, Kurden

Vor den Neuwahlen steht die Türkei am Rande eines Bürgerkriegs. Die Radikalisierung kurdischer Aktivisten scheint ein Kalkül Erdogans zu sein.

Die Türkei droht in einen Bürgerkrieg zu schlittern. Der Friedensprozess wurde leichtfertig abgebrochen, der Waffenstillstand, der zweieinhalb Jahre gehalten hat, aufgehoben. Vor den Neuwahlen am 1. November zeigt die türkische Regierung kein Interesse an einer Deeskalation. Die Radikalisierung kurdischer Aktivisten scheint ein Kalkül Erdogans zu sein.

Bei den Befreiungskriegen um 1918 kämpften die Kurden an der Seite von Mustafa Kemal „Atatürk“. Sie riskieren ihr Leben, weil die Gründung eines kurdischen Staates versprach. 1923 gründete Mustafa Kemal den türkischen Staat, doch hielt er sein Versprechen nicht. Seither kämpfen die Kurden in der Türkei für ihre Rechte. 1978 wurde die Arbeiterpartei Kurdistans (PKK) gegründet.

In den 1980er-Jahren führten die Spannungen zu einem blutigen Krieg. Seither forderte der Konflikt über 30.000 Tote. Im Krieg erfuhr die Zivilbevölkerung allerhand Repressionen, vom Verbot der Sprache bis zu Folter und Vertreibung. Die Repressionen gegen die Zivilbevölkerung, die kemalistische Justiz sowie der lange andauernde Ausschluss aus der Politik führte zur Radikalisierung kurdischer Aktivisten.

Das Attentat in Suruc war der Anlass, warum der Konflikt erneut eskaliert: PKK-Rebellen und kurdische Militante töten türkische Polizisten, die türkische Regierung bombardiert mutmassliche PKK-Stellungen im Nordirak und in Syrien - Leidtragende ist die Zivilbevölkerung.

 
Gesichter des kurdischen Widerstandes

Vier Persönlichkeiten, die auf unterschiedlichen Wegen für die Interessen der kurdischen Bevölkerung kämpfen.

Mehr zum Thema: Leyla Zana, l'espoir d'un peuple (Dokumentarfilm 2002, englische Untertitel); Kurdish MP Leyla Zana Sentenced to 10 Years in Prison by Turkish High Court Again (Huffington Post); Sakine Cansiz: Abrechnung in Paris (Süddeutsche Zeitung) 

Zuletzt geändert am 8. Dezember 2016