Demokratie in Gefahr

23 März 2017

P räsident Recep Tayyip Erdogan unterstützte als Minister- und Staatspräsident einst die Demokratiebestrebungen der Türkei. Heute überwiegt seine autokratische Vision der Machtausübung. Seit dem Putschversuch im Juli 2016 hat Erdogan ein autoritäres System installiert, in dem andersdenkende ihren Beruf nicht mehr ausüben dürfen oder verhaftet werden. Zehntausende Militärs, Beamte und Journalisten sind seit dem gescheiterten Putsch festgenommen worden. Ihnen wird vorgeworfen, zur Bewegung des islamischen Predigers Fetullah Gülen zu gehören. Zu den Angeklagten zählen auch Erdem Gül, Büroleiter der regierungskritischen Zeitung "Cumhuriyet" in Ankara und Can Dündar, ehemaliger Chefredakteur des Blattes. Sie sind wegen eines Artikels über geheime Waffenlieferungen des türkischen Gehiemdienstes an islamistische Rebellen in Syrien angeklagt. Was ist aus der Meinungsfreiheit und dem Geist der Gezi-Bewegung geworden? 2013 demonstrierten zehntausende Menschen gegen Erdogans Regierung. Es waren die größten Proteste, die die moderne Türkei erlebt hat. Knapp zwei Monate lang brachte die türkische Bevölkerung ihren Unmut zum Ausdruck, bevor die Polizei den Aufständen brutal ein Ende setzte. 

Verfolgung kurdischer Medien: Der Komplize in Europa

Ein französischer Satellitenbetreiber schaltet auf Druck der Türkei kurdische, in Europa ansässige TV-Sender ab. Mit welchem Recht?

Türkei Frauen Journalisten

Türkische Journalisten: Das Leid der Ehefrauen

ARTE Journal zeigt, wie die Angehörigen der Angeklagten und Inhaftierten mit der Situation umgehen.

Gesellschaft

Hintergrundbericht Manif Turquie

Säuberung ohne Debatte

In der Türkei selbst ist eine Debatte über Erdogans Vorgehen undenkbar, sagen der Politikwissenschaftler Samim Akgönül und der Journalist Emre Demir.

Internationales

ARTE Journal Turquie

Die Reinigungen dauern an

In der Türkei wurden rund 1.500 Organisationen der Zivilgesellschaft verboten. Darunter zahlreiche Vereinigungen, die mit Geldern der EU gefördert wurden.

Politik

Cumhuriyet erhält Alternativen Nobelpreis

Mit der Pressefreiheit in der Türkei ist es schlecht bestellt. Eine der letzten regierungskritischen Zeitungen erhielt nun den Alternativen Nobelpreis.

Place nette dans les prisons turques

Türkische Gefängnisse: Erdogan macht Platz für Regimegegner

Seit dem gescheiterten Putsch Mitte Juli wurden in der Türkei zehntausende Menschen verhaftet. Bislang war für sie kein Platz in den Gefängnissen. 

Internationales

Interview Can Dündar

Lieb' mich oder ich verhafte dich!

Erdogan unterdrückt seit Monaten die Medien, alles, was ihm missfällt, wird mundtot gemacht. Das hat auch Can Dündar, Chefredakteur der Cumhuriyet, erfahren.

Politik

Selahattin Demirtas

Die Aufhebung der Immunität von Abgeordneten - mit welchen Folgen?

Türkei-Experte Kristian Brakel erklärt uns, welche Konsequenzen die Gesetzesänderung haben kann.

ARTE Journal
"Cumhuriyet": Journalismus trotz Einschüchterungen

Trotz des Drucks, den die türkische Regierung auf kritische Presse ausübt, arbeiten die Journalisten der Oppositionszeitung "Cumhuriyet" unermüdlich weiter.

ARTE Journal
Rechtsstaat auf dem Rückzug

Verhaftungen von Journalisten, Drohungen gegen die Justiz - das politische Klima in der Türkei hat sich empfindlich verschärft. 

Dem Druck der Staatsgewalt trotzen

"Wer sich dem Druck beugt, darf sich nicht Journalist nennen." Gespräche mit türkischen Journalisten und Bloggern, die sich den Mund nicht verbieten lassen.

Zwei Jahre nach Gezi: Was bleibt?

Zwei Jahre ist es her, seit tausende Menschen auf dem Taksim Platz gegen die Regierung demonstrierten.  Was hat sich seitdem verändert? 

Chronologie
Gezi - Entwicklung einer Protestbewegung

Hunderte Aktivisten demonstrieren im Frühjahr 2013 gegen die geplante Zerstörung des Gezi-Parks. Schnell wird die Bewegung zum landesweiten Protest. 

ARTE Reportage
Ein türkischer Frühling?

Gezi 2013: Ein kleiner Park mitten in Istanbul wurde zum Symbol für einen politischen Kampf.