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Trump-Triumph, Flucht und Frieden: unsere Momentaufnahmen

Länder: Welt

Tags: USA, Foto, Flucht

Es sind Augenblicke, die verewigt werden. Momente, die stillstehen. ARTE Info blickt in Bildern auf die vergangene Woche zurück. Das Hauptereignis: Trumps Triumph in den USA, den niemand erwartet hatte. Und außerdem? Unsere Momentaufnahmen. 

05.11

Großbritannien

Unsterblich: Die Nacht des 5. November wird in Großbritannien auch „Bonfire Night“ (Nacht des Freudenfeuers) genannt. An diesem Tag, im Jahr 1605, versuchte der katholische Offizier Guy Fawkes das britische Parlament im Palast von Westminster zu sprengen. Fawkes und seine Mitverschwörer wollten wegen der Unterdrückung und Verfolgung der Katholiken den König samt Familie und alle Parlamentsmitglieder am Tag der Parlamentseröffnung in die Luft jagen. 36 Fässer mit mehr als zwei Tonnen Schwarzpulver hatte er dafür in den Kellern deponiert. Doch dann wurde Fawkes durch einen Mitstreiter verpfiffen. Unter Folter gestand er seinen Plan und verriet Komplizen. Fawkes, der erhängt werden sollte, sprang, bevor die Schlinge hochgezogen wurde, vom Galgenpodest und brach sich somit selbst das Genick. Fawkes wird bis heute von vielen Menschen verehrt und ist das Symbol der Hackergruppe Anonymous und der Occupy-Wall-Street-Bewegung. Zur „Bonfire Night“ werden Straßenumzüge mit Fackeln, Verbrennungen von Fawkes-Bildnissen und anschließende Feuerwerke abgehalten.

 

PAUL ELLIS / AFP PHOTO 

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06.11

Malta

In Sicherheit: Diese Frau hat es geschafft. Bei ihrer Fahrt über das Mittelmeer wurde sie von einem Team der maltesischen NGO Moas und des Roten Kreuz gerettet. Seitdem die Flucht über die „Balkanroute“ durch die Politik Ungarns quasi unmöglich gemacht wurde, versuchen Flüchtlinge vermehrt den viel gefährlicheren Weg über das Mittelmeer nach Europa. Seit Anfang des Jahres sind nach Schätzungen der Vereinten Nationen über 4000 Menschen im Mittelmeer ertrunken. Im Jahr davor waren es 3771 Tote.

 

ANDREAS SOLARO / AFP PHOTO 

 

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07.11

Zypern

Frieden in Sicht: UN-Generalsekretär Ban Ki Moon hat die Gespräche zur Überwindung der Teilung Zyperns eröffnet. Im Bild lädt er die Verhandlungspartner, den türkischen Zyprioten Mustafa Akinci, und den Präsidenten der griechischen Zyprioten, Nicos Anastasiades, zum Handschlag ein. Die Mittelmeer-Insel ist seit 1974 in einen griechisch-zyprischen Süden und einen türkisch verwalteten Norden aufgeteilt. Die beiden Seiten legten ihre Vorstellungen zur Lösung auf den Tisch. Ziel ist ein föderaler Staat mit zwei gleichberechtigten Bundesstaaten. Auf europäischer Ebene besteht die Sorge, die Türkei könne folglich ohne Mitglied der Europäischen Union zu sein über deren Politik mitbestimmen.

 

FABRICE COFFRINI / AFP PHOTO 

Cyprus

08.11

USA

Tag X: 231 Millionen Amerikaner waren zur Wahl des Präsidenten aufgerufen. Amerika hatte die Wahl zwischen der ehemaligen First Lady, Senatorin und Außenministerin Hillary Clinton und dem Milliardär Donald Trump. Ein Duell zwischen zwei Personen, die unterschiedlicher kaum sein könnten. Clinton ging aus den Umfragen als klare Favoritin hervor. Auch die Wirtschaft setzte auf einen Sieg Clintons. Die Demokratin trieb Wahlkampfspenden in Höhe von 687 Millionen Dollar ein, der Republikaner Trump knapp über 300 Millionen (Quelle: Federal Election Commission). Und einflussreiche Medien wie die New York Times oder die Washington Post stellten sich zuvor öffentlich auf die Seite Clintons. Doch es sollte alles nicht nützen.

 

LAURA SEGALL / AFP PHOTO  

America votes

09.11

USA

Nummer 45: Entgegen fast aller Vorhersagen heißt der nächste US-Präsident Donald J. Trump. Obwohl der Republikaner über das ganze Land hinweg weniger Stimmen als seine Konkurrentin Hillary Clinton holte, gewann er die Wahl und zieht damit ab nächstem Jahr ins Weiße Haus in Washington D.C. ein. Das liegt am besonderen Wahlsystem der USA: Jeder der 50 Bundesstaaten hat eine gewisse Anzahl an Wahlmännern, Kalifornien zum Beispiel 55, Alaska drei, insgesamt sind es 538. Somit hat der Kandidat, der mehr als 270 Wahlmänner auf sich vereint, gewonnen. Trump sicherte sich 290. Das lag vor allem an den umkämpften Staaten Florida, Wisconsin, Pennsylvania und North Carolina, die der Republikaner allesamt knapp gewann. Trump, der vor der Wahl mit vielerlei beleidigenden Aussagen auf sich aufmerksam gemacht und damit vor allem Minderheiten gegen sich aufgebracht hatte, gab sich nach der Wahl versöhnlich: „Jetzt ist die Zeit gekommen, die Wunden der Spaltung zu heilen“, sagte er bei seinem ersten Auftritt nach dem Wahlsieg.

SAUL LOEB / AFP PHOTO  

 

President elect Trump

10.11

Irak

Flucht aus Mossul: Diese Irakerin ist mit ihren Kindern und ihrer Katze Lulu aus der umkämpften Stadt entkommen. Sie ist auf dem Weg in ein Flüchtlingslager in Erbil, etwa eine Autostunde von Mossul entfernt. Laut der Hilfsorganisation Oxfam befinden sich mittlerweile über 3.000 Familien auf der Flucht vor dem IS und den Kämpfen in der Stadt. Laut UNO-Berichten hat der IS tausende Zivilisten aus Mossul und Umgebung entführt, um sie als menschliche Schutzschilder zu missbrauchen. Während einer Offensive der irakischen Sicherheitskräfte hätten die IS-Kämpfer 1500 Familien gezwungen, mit ihnen zum Flughafen von Mossul zu ziehen, sagte die eine UN-Sprecherin. Gleichzeitig hat die Menschenrechtsorganisation Amnesty International schwere Vorwürfe gegen irakische Sicherheitskräfte erhoben. Diese hätten nahe Mossul mehrere Menschen gefoltert und bis zu sechs Menschen kaltblütig erschossen. Den Opfern hätten sie Verbindungen zum IS vorgeworfen.

ODD ANDERSEN / AFP PHOTO  

 

Flucht aus Mossul

11.11

Frankreich

Gedenken in Paris: Der französische Präsident François Hollande legt am Grabmal des Unbekannten Soldaten vor dem Arc de Triomphe einen Kranz nieder. In Frankreich wird am „Armistice“ Feiertag der Toten des Ersten Weltkriegs gedacht, der vor 98 Jahren zu Ende gegangen ist. Am Pariser Triumphbogen wurde am 11. November 1920 der Körper eines nicht identifizierten Soldaten beigelegt. Er steht sinnbildlich für alle französischen Gefallenen, die kein eigenes Grab bekommen haben. Etwa 20 Millionen Menschen fielen dem Krieg zum Opfer, darunter 1,8 Millionen Franzosen.

STEPHANE DE SAKUTIN / POOL / AFP 

Armistice
Zuletzt geändert am 11. November 2016