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Behörden ermitteln Verbindungen zum IS

Länder: Vereinigte Staaten Von Amerika

Tags: Terroranschlag, attentat, Schwulenhass

Obwohl sich der Täter von Orlando selbst zur Terrormiliz IS bekannt hat, bleiben in den USA zunächst Zweifel über das Motiv. Auch der laufende Wahlkampf spielt heftig in die Aufarbeitung des Falls hinein. Der 29-jährige US-Bürger mit afghanischen Wurzeln hatte in der Nacht auf Sonntag in einem Schwulenclub 49 Menschen erschossen, 53 weitere wurden verletzt. 

Das ist passiert:
Der 29-jährige Omar Mateen hatte in der Nacht zum Sonntag (Ortszeit) in Orlando (Florida) in einem Club für Schwule, Lesben und Transsexuelle 49 Menschen getötet und 53 weitere verletzt. Der Täter, ein US-Bürger mit afghanischen Eltern, hatte gegen 2.00 Uhr kurz vor der Schließung des Nachtclubs "Pulse" das Feuer auf die Besucher eröffnet. Etwa drei Stunden später wurde der mit einem Sturmgewehr vom Typ AR-15 und einer Handfeuerwaffe ausgerüstete Mann in einem Feuergefecht mit elf Polizisten getötet. Zuvor hatten sich die Beamten eigenen Angaben zufolge unter anderem mit Hilfe eines Sprengsatzes Zugang zum Club verschafft. 

 

Die genauen Hintergründe der schlimmsten Bluttat eines einzelnen Todesschützen in der US-Geschichte waren am Montag weiter unklar. Die Bundespolizei FBI erklärte, der von den Ermittlern als Omar Mateen identifizierte Mann habe sich in einem Anruf bei der Polizei im unmittelbaren Zusammenhang mit der Bluttat zur Terrormiliz "Islamischer Staat" bekannt. Zudem behauptete eine IS-nahe Nachrichtenagentur, den Angriff habe ein Kämpfer der Dschihadisten ausgeführt.

Nach Darstellung des IS-Radiosenders Al-Bajan war der Todesschütze ein Kämpfer des "IS". "Gott hat Omar Mateen geholfen", einen Angriff gegen Kreuzfahrer in einem Nachtclub auszuführen, berichtete der Sender. Al-Bajan gilt als offizielles Verlautbarungsorgan der Dschihadisten in ihrem Herrschaftsbereich in Syrien und dem Irak. Es wurde nicht gesagt, dass die Tat von der Führungsebene des IS geplant und in Auftrag gegeben wurde.

 

 
Hintergründe zum Täter

Wie bekannt wurde, arbeitete der 29-jährige Omar Mateen für eine Sicherheitsfirma in Florida und erwarb seine Waffen kurz vor der Tat legal. Das konnte er, obwohl das FBI 2013 und 2014 gegen ihn ermittelte. Dabei sei es auch um mögliche Verbindungen zum IS gegangen, sagte ein Vertreter der US-Bundesbehörde vor Journalisten. Mateens 2011 von ihm geschiedene Ex-Frau sagte, ihr Mann sei gewalttätig und psychisch labil gewesen. Sie bezeichnete ihn als nicht sehr religiös.

 
"Ein Akt des Terrors und des Hasses"

Präsident Barack Obama verurteilte das Attentat unterdessen aufs Schärfste und sprach von einem "Akt des Terrors und des Hasses". "Wir haben noch kein endgültiges Urteil gefällt, was die genaue Motivation des Killers angeht", so Obama weiter. Es gebe aber Anzeichen, dass der Täter von verschiedenen Quellen über das Internet extremistisch inspiriert worden sei. Der Todesschütze von Orlando war nach Einschätzung der US-Regierung ein Einzeltäter. Es gebe keine Hinweise darauf, dass ihm jemand Anweisungen gegeben habe oder dass er Teil eines größeren Netzwerks gewesen sei. Er ordnete Trauerbeflaggung an allen Bundesgebäuden in den USA an.

 


 

Die Auswirkungen auf den Wahlkampf

Das Attentat wurde binnen Stunden zum Zankapfel im US-Wahlkampf und heizte die Debatte über schärfere Waffengesetze weiter an. Während die Ermittlungen zu den Motiven des Täters und einer möglichen Verbindung zur Terrormiliz IS noch laufen, preschte der republikanische Präsidentschaftsbewerber Donald Trump vor: Er forderte US-Präsident Barack Obama zum Rücktritt auf, weil dieser in seiner Stellungnahme nicht die Worte "radikaler Islamismus" benutzte. Einen Austritt aus dem Rennen um das Weiße Haus schlug er der demokratischen Präsidentschaftsbewerberin Hillary Clinton vor, denn auch sie habe die Wörter "radikaler Islam" bislang vermieden. Trump selbst geriet unter Beschuss, weil seine Äußerungen als Besserwisserei gedeutet wurden und er zunächst kein Wort für die Hinterbliebenen übrig hatte.

 

Zuletzt geändert am 13. Juni 2016