|

Terror ohne Grenzen

Länder: Welt

Tags: Terror, Islamismus

Der Terror ist längst kein lokales Phänomen mehr sondern ein weltweites Problem. Allein seit Beginn des Ramadans am 6. Juni verübten islamistische Terroristen Anschläge in Vorderasien, Nordamerika und Europa:

>>> Irak: Am 9. Juni jagen zwei Selbstmordattentäter zwei Autobomben in Bagdad in die Luft – mindestens 22 Menschen sterben und 70 werden verletzt. 

>>> Vereinigte Staaten von Amerika: Am 12. Juni 2016 tötet Omar Maten in einem Klub für Homosexuelle in Orlando 49 Menschen und verletzt 53 weitere. Gegenüber dem FBI beruft er sich auf die Terrororganisation "Islamischer Staat" und dessen selbsternannten Kalifen Abu Bakr al-Baghdadi.

>>> Frankreich: Am 13. Juni dringt ein Attentäter in das Haus eines französischen Polizisten ein, tötet ihn und seine Frau. Auch er beruft sich auf den "Islamischen Staat". 

>>> Afghanistan: Am 21. Juni halten die Taliban in der afghanischen Provinz Helmand Reisebusse an und nehmen 48 Menschen als Geiseln. Seit Anfang des Monats stellt die radikale Terrormiliz immer häufiger Straßensperren auf. 

 

Der deutsche Student Milan R. Vuckovic hat ein Time-Laps mit allen Terroranschlägen zwischen Januar 2000 und November 2015 erstellt, die mehr als 20 Menschen das Leben kosteten: 
 

 

Terrorgefahr gestiegen, Anzahl der Anschläge gesunken

Während Europa noch der Schock über die blutigen Anschläge von Paris im November 2015 und Brüssel im März 2016 in den Gliedern steckt, sprechen die rohen Zahlen eine andere Sprache. Laut Einschätzung der US-Regierung sind die Terroranschläge weltweit um 13 Prozent gesunken, wenn man die Jahre 2015 und 2014 vergleicht. Außerdem ist nicht der Westen Hauptziel der Anschläge: 55 Prozent der Anschläge werden im Irak, in Afghanistan, in Pakistan, Indien und Nigeria verübt. 

Die Terrorgefahr im Westen ist hingegen nach wie vor hoch. Allein 2015 sollen sich 750 Deutsche Terrororganisationen wie dem "Islamischen Staat" angeschlossen haben. 250 davon sind inzwischen in die Heimat zurückgekehrt. 

 

Der "IS" auf dem Vormarsch

Der syrische Bürgerkrieg ist längst zu einem internationalen Konflikt herangewachsen und die Staaten, die sich in den Konflikt einmischen, müssen mit Anschlägen von Terroristen des Islamischen Staates auf ihrem Grund und Boden rechnen. Leidtragende in Europa waren zuletzt Frankreich und Belgien – in Paris und Brüssel verübten Anhänger des "IS" schwere Anschläge. Das offizielle Ziel der Terrororganisation besteht darin, ein Kalifat, also einen islamischen Gottesstaat zu gründen. Der syrische Bürgerkrieg hat der Organisation in die Hände gespielt. Sie konnte Teile des Landes besetzen und dehnte ihr Einflussgebiet auf den Norden des Iraks aus. Trotz militärischer Rückschläge können sich die Terroristen bislang halten.

Auch auf dem afrikanischen Kontinent ist die Terrororganisation auf dem Vormarsch. Im März 2015 verbündete sich die nigerianische Terrormiliz Boko Haram mit dem "IS" in der Hoffnung von dessen Höhenflug zu profitieren. Sie setzt sich für die Einführung der Scharia in ganz Nigeria und das Verbot westlicher Bildung ein. Boko Haram schreckt nicht vor Kindesentführungen zurück und trieb laut Angaben des UNHCR bereits 2,2 Millionen Menschen in die Flucht. Die Hilfsorganisation "Ärzte ohne Grenzen" warnt nun vor einer humanitären Katastrophe in einigen Flüchtlingscamps, wo vielen Menschen der Hungerstod droht.  

Ursprünglich stand Boko Haram Al-Qaida im Maghreb nah. Über das Al-Qaida Netzwerk konnte die nigerianische Terrormiliz Waffen beziehen. Während der "IS" seine Kräfte auf Vorderasien und den Westen konzentriert, sind die Al-Qaida Ableger in Westafrika seit Jahresbeginn wieder aktiver, wie die Anschläge in Ouagadougou, Bamako und Grand-Bassam zeigten. 

2014 erstellte ARTE Info eine Weltkarte, die einen Überblick über die islamistischen Terrorgruppen gibt. Klicken Sie auf die Namen der dschihadistischen Vereinigungen, um mehr Informationen zu erhalten. Klicken Sie dann auf den Text, um das jeweilige Fenster zu schließen.

Karte: Andreas Jörger, Franck Mahmoudian

Zuletzt geändert am 27. Juni 2016