Taiwan: Mehr Demokratie wagen

ARTE Reportage - Samstag, 2. April 2016 - 17:05

Länder: Taiwan

Tags: Taiwan, Demokratie

Die jungen Taiwanesen haben die alte Regierungspartei Kuomintag abgewählt – sie kämpfen für mehr Demokratie im Land.

 

Taïwan, la nouvelle génération politique

Der Sieg der Demokratischen Fortschrittspartei war ein Schock für die seit 1949 alleinherrschende Kuomintang-Partei – sie hatte die Proteste der sogenannten "Sonnenblumen-Bewegung" vor gut zwei Jahren wohl nicht ernst genug genommen. Die wandten sich gegen die von der Kuomintang geförderte Öffnung in Richtung China, vor allem wegen der befürchteten Konsequenzen für die Wirtschaft und die Menschenrechte in Taiwan. Diese Proteste waren eine Art politischer Weckruf für viele jungen Taiwanesen, die viele bis dahin für "vollkommen unpolitisch" gehalten hatten. Nun stellt die Demokratische Fortschrittspartei nicht nur die neue Präsidentin Tsai Ing-Wen, sie erreichte auch noch die absolute Mehrheit im Parlament.      

Mit diesen Wahlen zieht eine neue Generation ins Parlament ein – vor allem keine Berufspolitiker: Leute aus Bürgerinitiativen, Aktivisten der Studentenbewegung, Programmierer – eben junge Menschen aus dem richtigen Leben. Und das in einem Land, das bis dahin sehr konservativ regiert wurde, von Politikern aus den immer gleichen Kreisen. Unsere Reporter stellen unter anderem den Abgeordneten Freddy Lim von der kleinen New Power Party vor, gegründet erst im Januar 2015 und schon ein Jahr später mit fünf Sitzen ins Parlament gewählt: Freddy Lim ist der Sänger der Black-Metal-Gruppe Chthonic – er hat sich vorgenommen, die Stimme der Jugend in Parlament zu Gehör zu bringen.


Von Nathalie Georges, Eric Bergeron, Lucie Wang und Hélène Giummelly – ARTE GEIE – Frankreich 2016

Interview

Zuletzt geändert am 8. Dezember 2016