Syrien: Chemiewaffen im Bürgerkrieg

Länder: Syrien

Tags: Bachar al Assad

Kämpft die Armee im Auftrag des Diktators Assad mit Chemiewaffen gegen ihr eigenes Volk? Dafür gibt es hinreichende Indizien: Ärzte haben keinen Zweifel daran, wenn sie die Art der Verletzungen von Flüchtlingen aus den Kampfgebieten Syriens begutachten. Die ARTE-Reporter trafen sie in Tripolis im Libanon nahe der Grenze zu Syrien.

Im Februar dieses Jahres untersuchte der französisch-syrische Chirurg Ghazi Aswad, der als Helfer für syrische Flüchtlinge in den Libanon arbeitet, einen jungen Mann, Omar, ein Opfer der Bombenangriffe auf Homs: Seine Haut war zu 70 Prozent verbrannt - in einer Art und Weise, die einer gewöhnlichen Brandverletzung nicht ähnelte und die trotz aller Bemühungen nicht verheilen wollte. Omar war nicht der einzige Patient mit diesem Befund: Professor El Sayed, der Leiter des Krankenhauses Dar El Shifae im Libanon, hat 2012 fünf Patienten aus Syrien mit den gleichen Symptomen behandelt. Er teilt die Ansicht seines Kollegen, dass diese Verletzungen nur von Chemiewaffen stammen können. 

Am 13. April dieses Jahre meldete die TIMES, der britische Geheimdienst habe Beweise gefunden, dass Assads Armee « Schmutzige Waffen » gegen ihr Volk eingesetzt habe, vor allem bei den Kämpfen um Homs, Aleppo und Damaskus. Vor unserer Kamera beschuldigte allerdings ein Kämpfer der Hisbollah, einem Verbündeten von Assad, es seien die Rebellen, die Chemiewaffen einsetzten und nicht die Armee. Die Propaganda ist im Krieg eine der schärfsten und gefährlichsten Waffen – auf beiden Seiten.

Eine reportage von Frédéric Helbert, Olivier Joulie und Eric Suard – ARTE GEIE / Sunset Presse – Frankreich 2013

Zuletzt geändert am 8. Dezember 2016