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Südafrika: Zumas leere Versprechungen

Länder: Südafrika

Tags: Südafrika, Jacob Zuma, Parteipräsident

In der von Skandalen und Korruptionsaffären zerrissenen südafrikanischen Regierungspartei ANC wird Cyril Ramaphosa Nachfolger von Jacob Zuma. Zunächst muss er die Partei versöhnen. Von ihm wird abhängen inwieweit Reformen in den kommenden Jahren endlich angepackt werden. Eine der grössten Streitfragen in Südafrika ist die Landverteilung.

Um soziale Ungleichheit zu bekämpfen, hatte der African National Congress (ANC) bei seiner Amtsübernahme 1994 versprochen, 30 Prozent der landwirtschaftlich genutzten Flächen umzuverteilen. Das Versprechen entpuppt sich heute als reines Wahlkampfthema, um Stimmen zu fangen. Nicht einmal fünf Prozent des Landes haben den Besitzer gewechselt. DIe Reportage von ARTE Journal:

 

Afrique du Sud : l'éternel contentieux sur la redistribution des terres
Südafrika: Zuma und das leere Versprechen Die Ankündigung, landwirtschaftlich nutzbaren Boden umzuverteilen, hat sich als Wahlkampfthema entpuppt. Südafrika: Zuma und das leere Versprechen

 

Ein entscheidender Moment für Südafrika

Die Delegierten der Regierungspartei Afrikanischer Nationalkongress (ANC) haben den Multimillionär Cyril Ramaphosa am Montag zum neuen Vorsitzenden gewählt. die Mehrheit der Delegierten hat den nüchternen Multimillionär am Montag zum neuen Parteivorsitzenden gewählt.

Ramaphosa setzte sich knapp gegen die Ex-Frau des gegenwärtigen Staatschefs Jacob Zuma durch, Nkosazana Dlamini-Zuma. Die frühere Ministerin und Chefin der Kommission der Afrikanischen Union wäre Beobachtern zufolge ein Segen für die Opposition gewesen: Präsident Zuma ist wegen zahlreicher Korruptionsskandale inzwischen so unpopulär, dass die von ihm unterstützte Kandidatin von vielen Wählern 2019 wohl nur als Fortsetzung seiner Herrschaft gesehen worden wäre. 

Der Parteivorsitzende wird 2019 wohl auch als Kandidat bei der Präsidentschaftswahl antreten. Mit Ramaphosa scheint trotz jüngsten Siegen der Opposition bei Kommunalwahlen in Großstädten ein ANC-Wahlsieg sicher. Bei der Abstimmung 2014 hatte sich der ANC rund 62 Prozent der Stimmen gesichert. 

Ramaphosas Wahl ist für Südafrika eine der wichtigsten politischen Entscheidungen seit der Überwindung des rassistischen Apartheid-Regimes vor 23 Jahren. Mit Ramaphosa haben sich die Mitglieder des ANC (Afrikanischer Nationalkongress) Beobachtern zufolge gegen Zumas Vetternwirtschaft und für einen Neuanfang entschieden. Doch Ramaphosa ist seit 2014 Zumas Vizepräsident - er kann seine Hände also wohl nicht ganz in Unschuld waschen. 

Der 75-jährige Zuma ist wegen zahlreicher Korruptionsaffären und der ihm zugeschriebenen Veruntreuung öffentlicher Gelder auch innerhalb der eigenen Partei stark unter Druck. Dlamini-Zuma musste sich bereits gegen Vorwürfe wehren, gemeinsam mit ihm Stimmen für ihren Wahlsieg zu kaufen.

 


 

 

Zuletzt geändert am 19. Dezember 2017