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Steuern - der Preis der Demokratie?

Länder: Europäische Union

Tags: durchgecheckt, Steuern, Demokratie

Steuern mögen die Bürger belasten, dienen den Staaten aber auch dazu, eine funktionierende Demokratie zu errichten und zu bewahren. Die Steuerlast jeden Landes hat Auswirkungen auf mehrere wirtschaftliche und soziale Indikatoren. Sehen Sie selbst.

Was sind Gemeingüter und externe Effekte?

Einer der Gründe für die Erhebung von Steuern liegt darin, dass der Markt öffentliche Güter undexterne Effekte nicht berücksichtigt.

 

Ein öffentliches Gut, auch Gemeingut genannt, ist eine Ware oder (häufiger) eine Dienstleistung, die bei ihrer Erbringung mehreren Menschen zugutekommt und nicht nur denjenigen, die dafür bezahlt haben (man spricht hier von „Nicht-Exklusivität“). Darunter fallen auch Waren oder Dienstleistungen, deren Nutzung durch eine Person im Unterschied zu herkömmlichen Handelsgütern die Inanspruchnahme Dritter nicht ausschließt (man spricht hier von „Nicht-Rivalität“), sodass kein Nutzer bereit ist, die Kosten dafür alleine aufzubringen. Aufgrund dieser Merkmale entziehen sich die Aufsicht und der Schutz öffentlicher Güter den Regeln des Marktes, da jeder von uns dazu neigt, sich wie eine Art „Blinder Passagier“ zu verhalten und den anderen Nutznießern die Kosten für diese Leistung aufzubürden. Aus diesem Grund müssen öffentliche Güter durch eine gesetzliche Abgabe finanziert und geschützt werden, die von allen tatsächlichen und potenziellen Nutznießern zu leisten ist. Ein Beispiel hierfür ist die Atemluft, deren Reinhaltung durch eine CO2-Steuer mitfinanziert wird.   

 

Externe Effekte, auch Externalitäten genannt, treten dann auf, wenn eine wirtschaftliche Entscheidung Auswirkungen auf Dritte hat, für die niemand zahlt oder einen Ausgleich erhält. Man unterscheidet zwischen positiven externen Effekten wie beispielsweise den Auswirkungen einer Imkerei auf die Obsternte in der Umgebung, und negativen externen Effekten wie beispielsweise im Fall einer Viehmastanlage, durch deren Bau der Wert der umliegenden Grundstücke sinkt. Da der Markt nicht in der Lage ist, diese Auswirkungen eigenständig zu regulieren, muss der Staat eingreifen und positive externe Effekte, insbesondere durch Subventionen, unterstützen bzw. die Urheber negativer externer Effekte mit Strafen belegen. Man spricht in diesem Zusammenhang von einer Internalisierung der externen Effekte.

 

Zuletzt geändert am 8. Dezember 2016