SQUARE Künstler - Carte Blanche für Robert Schneider, Schriftsteller und Dokumentarfilmer

Länder: Österreich

Tags: Flucht, Migration, Zweiter Weltkrieg, Österreich, vertriebene

Robert Schneider, Autor von “Schlafes Bruder”, portraitiert die 95jährige Eleonore Schönborn, die im Zweiten Weltkrieg mit ihren Kindern fliehen musste.


“Das Leben ist nicht planbar”, dabei hätte sich Eleonore Schönborn nichts sehnlicher gewünscht. Erst fing alles so gut an, sie und ihre Geschwister wuchsen mit einer Gouvernante wohlbehütet im Hause ihrer Eltern in einem kleinen Dorf in Mähren auf. Sie traf den Mann ihres Lebens, war mit ihm aber nur kurze Zeit glücklich; dann zog er in den Krieg, kam krank zurück und verbrachte viel Zeit in Sanatorien. Sie trennte sich von ihm, weil ihr klar wurde, dass sie sich mit diesem Mann keine Zukunft aufbauen konnte. Nach der Flucht aus der Tschechoslowakei nahm sie  ihr Schicksal selbst in die Hand: Im österreichischen Schruns fand sie ein neues Zuhause, für sich, ihre Kinder und Enkelkinder.
Robert Schneider traf die alte Dame dort zum Interview. Ihre Geschichte hat ihn tief berührt, ihre Erinnerung an viele Details aus ihrer Vergangenheit und ihrer klarer Blick auf das Leben - vor allem jedoch ihre Erkenntnis, dass sich niemand freiwillig auf die Flucht begibt. Vor dem Hintergrund der vielen Flüchtlinge aus Syrien und der Proteste gegen sie in Vorarlberg, schuf Robert Schneider ein ergreifendes Portrait: Ein Gesamtkunstwerk, denn er drehte und schnitt selber und komponierte auch die Musik für diesen beeindruckenden Film.

 

Robert Schneider in Stichworten 

 


- Geboren am 16. Juni 1961 in Bregenz, Vorarlberg


- Robert Schneider wurde mit zwei Jahren von dem Bergbauern-Ehepaar Anton und Stephanie Schneider adoptiert und wuchs in Götzis (Vorarlberg) auf. Dort lebt er auch heute noch als freier Schriftsteller, mitten in der Natur, in den Bergen.

 

- Er ist verheiratet und Vater von drei Kindern.


- Von 1981 bis 1986 studierte er Komposition, Theaterwissenschaft und Kunstgeschichte in Wien. Er brach sein Studium ab, um Schriftsteller zu werden, arbeitete als Fremdenführer und Organist, hielt sich mit diversen Literaturstipendien über Wasser.


- Seinen Debütroman „Schlafes Bruder“veröffentlichte er 1992 im Reclam Verlag, nachdem das Manuskript zuvor von 24 Verlagen abgelehnt worden war. Das Buch, das die erfundene Geschichte des Musikers Johannes Elias Alder erzählt, der sich durch Schlafentzug das Leben nimmt, wurde ein internationaler Erfolg, ist bislang in 36 Sprachen übersetzt worden. 1995 wurde der Roman unter der Regie von Joseph Vilsmaier verfilmt und 1996 für den Golden Globe nominiert. Der Roman diente als Vorlage für ein Ballett, eine Oper und mehrere Schauspielfassungen.

 


- Insgesamt publizierte er sechs Romane, eine Novelle, einige Theaterstücke und zwei Lyrikbände.


- Für die Adventszeit bereitet er gerade ein Videoprojekt vor: jeden Tag fragt er einen Flüchtling, was er uns denn mitgebracht nach Europa.