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Spanien – DNA-Tests für saubere Bürgersteige

Länder: Spanien

Tags: Hund, Bürger

Die Bewohner des spanischen Tarragona haben genug von den Tretminen auf ihren Bürgersteigen. Nun will die Stadt eine DNA-Datenbank für Hunde einrichten, um die Urheber der Häufchen zu identifizieren. Und ihre Besitzer! 

Die Hundebesitzer von Tarragona sind künftig gut beraten, die Exkremente ihrer tierischen Begleiter lieber nicht auf den Gehwegen zurückzulassen. Denn am 17. August kündigte die Stadtverwaltung eine harte Maßnahme an: Gemeinsam mit der örtlichen Universität will sie eine DNA-Datenbank einrichten, um die genetischen Pfotenabdrücke der Hunde zu speichern und über deren Steckbriefe direkt deren Besitzer zu identifizieren. Tarragona kommen immerhin 2800 Vierbeiner auf 135 000 Einwohner.

 

„Wenn die Polizei nicht zufällig zugegen ist, ist es bislang schwierig herauszufinden, wer gegen die Regeln verstößt“, erklärte Ivana Martinez, die städtische Beauftragte für den öffentlichen Raum, dem lokalen Radiosender Cadena Ser. Enttarnte Hundehalter sollen künftig nicht nur eine Geldstrafe, sondern auch den DNA-Test bezahlen. Die spanische Stadt Xàtiva hat das System schon getestet und geht mit gutem Beispiel voran: Hier liegen rund 80 % weniger Haufen auf den Bürgersteigen als noch vor drei Monaten.

 

Eine Geldstrafe von 110 Euro

 

Auch in dem Londoner Vorort Barking hatte man vor einigen Monaten eine ähnliche Initiative gestartet. Hier haben nur registrierte Hunde Zugang zu den siebenundzwanzig öffentlichen Parks. So führt jedes Häufchen direkt zu seinem Verursacher – und dann zum Herrchen, das eine Geldbuße von 80 Pfund (110 Euro) zahlen muss. In Zukunft soll die DNA des vierbeinigen Familienmitglieds sogar in die Mietverträge von Häusern und Wohnungen im Stadtgebiet aufgenommen werden.  

 

In Frankreich hat laut der Zeitung Le Parisien noch keine Stadt zu derartigen Maßnahmen gegriffen. Das Unternehmen Animagène aus Bordeaux bietet seit kurzem jedoch Hilfe im Kampf gegen die lästigen Tretminen: mit etwas Hundespeichel und einer Stichprobe des verdächtigen Häufchens wollen sie sündige Vierbeiner eindeutig identifizieren. Laut der Tageszeitung Sud-Ouest interessieren sich Neuilly, Nice, Reims und La Rochelle für die Dienste des Genetiklabors. Die ersten Versuche könnten in Frankreich schon im nächsten Januar anlaufen. 

 

Zuletzt geändert am 8. Dezember 2016