Sotschi: Die Kosaken als Putins rechter Arm

Länder: Russland

Tags: Russie, Sotchi, Poutine, Cosaque

Man erkennt sie an ihren fellbewehrten Jacken und Hüten. Kosaken und russische Machthaber waren sich im Laufe der Geschichte mal grün, mal spinnefeind. Zur Zeit stehen die Kosaken bei Präsident Putin wieder hoch im Kurs. Sportler, Nationaldelegationen und Touristen in Sotschi sollen während der Austragung der Olympischen Winterspiele von 410 Kosaken aus Südrussland beschützt werden. Die Reportage von Roman Schell:

 

Russie : les milices cosaques
 

 

Neben den 37.000 Polizisten und Soldaten und den 11.000 Kameras, setzt Präsident Putin in Sotschi auch 410 Kosaken ein – insbesondere zur Personenkontrolle. Mit ihrem Slogan „Glaube, Zar und Vaterland“ liegt das Kosakentum mit dem Kreml wieder auf einer Linie. Im Laufe der Geschichte, war das nicht immer der Fall.

 

Die Vollstrecker der Zaren

Zwischen dem 13. und 15. Jahrhundert, galten die Kosaken als Vollstrecker und Schergen der Zaren. Das kriegerische Reitervolk verhalf den Zaren, Aufstände in ganz Russland niederzuschlagen und so deren Macht zu festigen. Doch als sich die Gesinnung der Kosaken gegenüber den russischen Machthabern wandelte, wurden sie zur Bedrohung.

 

Bauern und Kosakenaufstand unter Katharina der Großen 

Zarin Katharina die Große schlug Ende des 18. Jahrhunderts den kosakischen Aufstand unter Jemeljan Pugatschow nieder.Gleichzeitig gelang es ihr, die Kosaken erneut als Verbündete zu gewinnen: sie schenkte ihnen viel Land in der Region Krasnodar im Süden Russland – zu dieser Region gehört auch der Olympiaaustragungsort Sotschi. Schon damals war ihre Aufgabe der Schutz der südrussischen Grenze. Im Gegenzug konnten sie dort frei leben. Seither veranstaltet die Ehrenkompanie des Kosakenheeres „Kuban“ jeden Sonntag eine Ehrenzeremonie für Katarina die Große, direkt unter einer Statue der Zarin:

 

Kosaken gegen Bolschewiken

Im Gegenzug dazu schien das heute exzellente Verhältnis zu Präsident Vladimir Putin Anfang des 20. Jahrhunderts noch undenkbar. Die Kosaken hatten die Bewegung der bürgerlichen Weißen gegen die Bolschewiken – die frühen Kommunisten – unterstützt. Dafür rächten sich die Sowjets: zwischen 300.000 und 500.000 Kosaken sollen in der Region Piatigorsk deportiert worden sein. Heute schätzt Putin ihre nationalistische Linie.