Sizilien: Hafen der Hoffnung

Länder: Italien

Tags: Flüchtlinge, Mittelmeer, Europa, Krieg

In Pozzallo an der Küste Siziliens betreten die Flüchtlinge nach der lebensgefährlichen Fahrt übers Mittelmeer zum ersten Mal den Boden der EU. Schon seit 1998 landen hier Menschen, die aus ihrer Heimat fliehen - es werden immer mehr und mehr.

Seit Anfang dieses Jahres, in kaum sechs Monaten, landeten schon über 55.000 Einwanderer an den Küsten Italiens. Tausende Flüchtlinge warten noch immer an der Küste Libyens auf die Gelegenheit, ein Schiff zu besteigen, um übers Mittelmeer nach Europa zu fahren, in eine bessere Zukunft. Dafür zahlen sie viel Geld und riskieren ihr Leben bei der gefährlichen Überfahrt auf den alten Frachtern. Schiffe der EU-Rettungsaktion Triton bergen Frauen, Männer und Kinder häufig in letzter Minute vor dem Ertrinken. 

Der Hafen von Pozzallo ist einer der ersten, in dem die Geretteten den Boden der EU betreten: Hier kümmern sich professionelle und freiwillige Helfer um die Ankömmlinge – es sind aber inzwischen so viele Menschen in Not, dass die Helfer die Grenzen ihrer Belastbarkeit und ihrer Möglichkeiten ständig überschreiten.

Sicile : le port de l’espoir
Mineo - Warten auf Asyl

In Mineo, im Osten Siziliens, haben die örtlichen Behörden schon vor vier Jahren eine alte Kaserne der US-Soldaten mit Wohnblocks für deren Angehörige in ein Aufnahmelager für die Flüchtlinge umgebaut. Heute ist dies das größte Zentrum für Asylbewerber in der EU: Vor allem Flüchtlinge aus Eritrea, Syrien und Afghanistan warten hier im Durchschnitt 18 Monate lang auf ihre Anerkennung als Asylbewerber. Die ARTE Reporter wollten wissen, wie die Menschen im Zentrum von Mineo leben.  

Sicile : Mineo, l’exil en suspens
Pozzallo: Mitgefühl und Überdruss

Eigentlich ist Pozzallo auf Touristen eingestellt, aber seit der italienischen Rettungsaktion Mare Nostrum ist ihr Hafen einer der Anlaufpunkte für die Schiffe mit den Flüchtlingen. Im letzten Jahr kamen über 25.000 Frauen, Männer und Kinder und es werden nicht weniger. Inzwischen beschreiben die Medien Pozzallo schon als ein zweites Lampedusa. Viele Menschen in Pozzallo helfen gern, aus Mitgefühl mit der Not der Flüchtlinge, aber manche sind überfordert und formulieren offen ihren Überdruss… 

Pozzallo : entre empathie et lassitude

Drei Reportagen von Méline Freda, Elsa Kleinschmager und Anne Rigollet – ARTE GEIE - Frankreich 2015

 

 

 

Zuletzt geändert am 8. Dezember 2016