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Sieg für die Konservativen, Klatsche für den FN

Länder: Frankreich

Tags: Regionalwahlen, front national

Die konservativen Republikaner sind beim zweiten Durchgang der französischen Regionalwahlen mit 40,5 Prozent der Stimmen als Sieger hervorgegangen. Damit regieren die Konservativen ab sofort in sieben und die Sozialisten in fünf Regionen mit knapp 30 Prozent der Stimmen. Der Front National erzielte 27 Prozent der Stimmen und konnte letztendlich keine Region für sich entscheiden. Die Wahlbeteiligung lag mit 59 Prozent deutlich höher als noch beim ersten Wahldurchgang. 

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In unserem Dossier können Sie die französischen regionalwahlen noch einmal Revue passieren lassen. 

Beim zweiten Durchgang der Regionalwahlen in Frankreich ist der rechtsextreme Front National leer ausgegangen. An den Erfolg vom ersten Durchgang am zweiten Adventssonntag konnte die rechtsextreme Partei von Marine Le Pen nicht anknüpfen, denn im entscheidenden Wahlgang gewann sie keine einzige Region. Im ersten Wahldurchgang war der Front National mit 28 Prozent der Stimmen als stärkste Kraft hervorgegangen - ein historischer Durchbruch und eine Premiere in der Geschichte der Partei. In sechs der 13 Regionen war sie vorne gelandet, beim zweiten Durchgang verpasste sie nun aber die Chance und konnte keine einzige Region für sich gewinnen. 

 

 

Sieg für die Konservativen, FN landet auf dem dritten Platz

Auf dem ersten Platz landete das konservativ-bürgerliche Lager mit knapp 41 Prozent, gefolgt vom sozialistischen Lager mit knapp 30 Prozent und dem Front National mit 27 Prozent. Das konservativ-bürgerliche Lager um den ehemaligen Präsidenten Nicolas Sarkozy gewann sieben der 13 Regionen und wurde damit stärkste Kraft. Sarkozys Lager führt nun die Regionen Nord-Pas-de-Calais-Picardie, Provence-Alpes-Côte d’Azur, Elsass-Champagne-Ardenne-Lothringen, Auvergne-Rhône-Alpes, Pays de la Loire, Normandie und auch die Hauptstadtregion Ile-de-France, wo bisher die Sozialisten den Regionalpräsidenten stellten. Die Verluste der Sozialisten von Präsident François Hollande und den verbündeten Linksparteien blieben geringer als erwartet. Sie konnten insgesamt fünf Regionen für sich gewinnen: Bretagne, Aquitaine-Limousin-Poitou-Charentes, Languedoc-Roussillon-Midi-Pyrénées, Centre und Burgund-Franche-Comté. Auf der Mittelmeerinsel Korsika gewann ein unabhängiger Bewerber.

 

 

Überraschende Niederlage für Marine Le Pen im Nord-Pas-de-Calais-Picardie

Marine Le Pen und ihre Nichte Marion Maréchal Le Pen hatten bei den Regionalwahlen lange Zeit als klare Favoritinnen in ihren Regionen Nord-Pas-de-Calais-Picardie und Provence-Alpes-Côte d'Azur gegolten und waren dort im ersten Wahlgang mit deutlichem Vorsprung auf dem ersten Platz gelandet. Für den zweiten Wahlgang zogen aber die Sozialisten in diesen beiden Regionen ihre Wahllisten zurück und riefen zur Wahl der konservativen Kandidaten auf, um so dem FN den Weg zum Sieg zu verbauen. Mit Erfolg, denn Parteichefin Marine Le Pen musste als FN-Spitzenkandidatin in der Region Nord-Pas-de-Calais eine herbe Niederlage einstecken. Dort kam sie im Duell mit dem konservativen Kandidaten Xavier Bertrand lediglich auf rund 42 Prozent. Ihre Nichte Marion Maréchal-Le Pen unterlag in der Region Provence-Alpes-Côte-d’Azur im Süden des Landes Christian Estrosi aus dem konservativen Lager. Trotz der herben Niederlage zeigte Marine Le Pen am Sonntagabend Kampfgeist und rief ihren Anhängern zu: "Nichts wird uns aufhalten können".  Der Aufstieg ihrer Partei sei "unabwendbar". "Der Front National hat die Zahl ihrer Vertreter in den Regionalparlamenten verdoppeln können und wird damit künftig die erste Oppositionskraft in den meisten Regionalparlamenten im Land." 

 

So viele Stimmen wie noch nie für den FN

Auch wenn der FN keine Region für sich gewinnen konnte, hat er dennoch mehr Wählerstimmen auf sich vereinen können als jemals zuvor: 6,6 Millionen Franzosen wählten die Partei. Bereits bei den Präsidentschaftswahlen 2012 hatten 6,4 Millionen Franzosen für Marine Le Pen gestimmt, doch mit dem Ergebnis schaffte sie es dennoch nicht in die zweite Wahlrunde.

 

 

Die jetzigen Regionalwahlen galten als Stimmungstest für die Präsidentschaftswahlen im Frühjahr 2017. Laut Umfragen und angesichts des Erfolges der FN bei den Regionalwahlen stehen also die Chancen für Marine Le Pen nicht schlecht, 2017 in die zweite Wahlrunde zu kommen. 

 

Die rechtsextreme Gefahr ist "noch nicht gebannt"

Auch wenn der zweite Wahldurchgang kein Erfolg für den FN mit sich brachte, sei die Gefahr der Rechtsextremen "noch nicht gebannt", so der sozialistische Premieminister Manuel Valls. Deswegen gebe es weder Erleichterung noch Triumph. Nun müsse "schneller gehandelt werden, um schneller Ergebnisse zu bekommen". Dabei bezog er sich auf die Themen Beschäftigung, Arbeitslosigkeit und die Ausbildung junger Menschen. Die schlechten Wirtschaftswerte werden der Regierung angelastet.

 

Zuletzt geändert am 15. Dezember 2016