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Schengen an der serbischen Grenze

Länder: Ungarn

Tags: Schengen, EU, abkommen, Migration, Grenze

Vor 30 Jahren schaffte die EU die Kontrollen an den Binnengrenzen ab und schuf den Schengen-Raum. In unserer Serie zum Jahrestag schauen wir nach Ungarn, nach Ásotthalom an der serbischen Grenze. Diese Grenze ist so durchlässig, dass sie den Namen kaum verdient. 

Die Wälder der ungarischen Kleinstadt sind zu einem Durchgang für Flüchtlinge aus den Balkanstaaten geworden, aber auch für jene aus dem Mittleren Osten. Die Migration ist so stark, dass der rechtsextreme Bürgermeister der Stadt nun eine Absperrung fordert, ähnlich wie in Melilla. Doch zur Zeit ist seine einzige Waffe zur Bekämpfung der Flüchtlinge Vince, der einen Teil der Grenze überwacht. Vince ist eigentlich Dorfpolizist, aber seit dem Schengen-Abkommen ist er auf der Jagd nach Flüchtlingen. Früher hat er sich um die Sicherheit der Landwirte gekümmert und um den Schutz bedrohter Vogelarten. Heute verbringt er seine Tage damit, illegale Flüchtlinge aufzuspüren, die die serbisch-ungarische Grenze überqueren. Bislang verzeichnet die Polizei 50.000 Flüchtlinge pro Jahr. Jessica Jouve hat sich die Situation vor Ort angesehen.

Schengen à la frontière serbe

 

Zuletzt geändert am 8. Dezember 2016