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Russland: Diese Kritiker schweigen noch nicht

Länder: Russland

Tags: Putin, Opposition

Russland steht unter Schock. Zehntausende Menschen haben sich am ersten März in Moskau zu einem Trauermarsch versammelt, um des ermordeten Oppositionspolitiker Boris Nemzov zu gedenken. Nemzov wurde am 27. Februar in der Nähe des Kremls auf offener Straße erschossen. Er galt als einer der schärfsten Kritiker von Präsident Wladimir Putin. Sein Tod sorgte weltweit für Bestürzung. Während der Kreml-Chef in einem Brief an die Mutter des Oppositionellen versprach, persönlich dafür zu sorgen, dass das Verbrechen aufgeklärt werde, wachsen die Unruhe und die Skepsis gegenüber der Regieung im eigenen Land.

Mit Slogans wie "Ich fürchte mich - wer ist der nächste" brachten die Teilnehmer des Gedenkmarsches auf Plakaten am Sonntag ihr Unbehagen zum Ausdruck. Denn die Ermordung Nemzows reiht sich ein in eine Vielzahl von Verbrechen, die in den letzten Jahren an russischen Regierungsgegnern begangen wurden. Zu den bekanntesten Fällen zählen die Tode der Menschrechtsaktivisten Natalja Estemirowa, der Journalistinnen Anna Politkowskaja und Anastassija Baburowa und des Anwalts Stanislaw Markelow. Die französische Nachrichtenagentur AFP zeigt, welche Oppositionelle in den vergangenen Jahren verschwunden sind:

 

 

Von jenen Gegnern Putins, die noch am Leben sind, sitzen viele im Gefängnis, stehen unter Hausarrest oder fliehen ins Ausland, weil sie sich in ihrer Heimat nicht mehr sicher fühlen. ARTE zeigt die Schicksale von vier Kreml-Kritikern:

 

 

 

Zuletzt geändert am 8. Dezember 2016