Ruanda: Vergeben, aber nicht vergessen

Länder: Ruanda

Tags: Völkermord, Mahnmal, Tutsi, Hutu

Die jungen Leute um die 20 Jahre nennen sie in Ruanda die « Kagame-Generation », nach ihren Präsidenten Paul Kagame, der das Land seit inzwischen zwei Jahrzehnten regiert, erst als Vize- und seit 2000 als Präsident. Die jungen Leute haben den Völkermord 1994 nicht selbst miterlebt – und viele wissen nur sehr wenig darüber.

Rwanda, 20 ans après le génocide (extrait)

 

In Kigali steht das Mahnmal zum Völkermord, vor zehn Jahren errichtet nach dem Vorbild des Yad Vashem in Jerusalem. Hier bieten sie Führungen an für junge Leute, in der Regel ein Vormittag Unterricht und Führung in ruandischer Zeitgeschichte über die Ursachen und die Folgen des Mordens zwischen Tutsi und Hutu: Zeugen erzählen, was ihnen widerfahren ist, Filme und Fotos berichten über die Barbarei der 100 Tage im Frühjahr 1994.        

Seit 20 Jahren bemüht sich Ruandas Präsident Paul Kagame um eine Politik der Versöhnung: Es soll keinen Unterschied mehr geben zwischen Tutsis und Hutus, sondern nur noch Ruander. Er will sein Land zu einem „Singapur in Afrika“ entwickeln: Tatsächlich ist das Wirtschaftswachstum Ruandas nicht nur für afrikanische Verhältnisse sehr beeindruckend. 20 Jahre nach dem Völkermord mit 800 000 Toten bemüht sich Ruanda nach vorne zu schauen und seine Vergangenheit nicht zu vergessen.

Von Michel Dumont, Eric Bergeron und  Isabelle Nommay – ARTE GEIE – Frankreich 2014