|

Vier Erkenntnisse zur Bundestagswahl

Länder: Deutschland

Tags: Merkel, Bundestagswahl 2017, CDU, SPD, AFD

Trotz aller Warnungen zieht erstmals seit über 50 Jahren eine Partei rechts der Union in den Bundestag. Die SPD erleidet einen historischen Absturz und möchte fortan aus der Opposition heraus politisieren. Angela Merkel kann trotz eines schlechten Ergebnisses Kanzlerin bleiben - die Koalitionsbildung wird aber nicht einfach. 

1. Historisches Fiasko der SPD

Die SPD ist bei der Bundestagswahl historisch abgestürzt. Mit 20.5 Prozent haben die Sozialdemokraten das schlechteste Ergebnis seit 1949 eingefahren. Die einstige Volkspartei SPD scheint das Vertrauen der Wähler in der großen Koalition dauerhaft verloren zu haben. Als Konsequenz davon haben sich die Sozialdemokraten entschieden, in die Opposition zu gehen. Wie konnte es zu dieser Bruchlandung der SPD  kommen? 

 

SPD : les raisons d’une chute annoncée
SPD: Absturz mit Ankündigung SPD: Absturz mit Ankündigung SPD: Absturz mit Ankündigung

 

2. Die AFD ist drittstärkste Partei im Bundestag

Steiler Aufschwung der AfD: 2013 ist die europa- und ausländerfeindliche Partei noch knapp an der 5-Prozent-Hürde gescheitert. Nun legt sie mit 12.6 Prozent auf knapp das Dreifache zu (2013: 4.7 Prozent). Worauf müssen wir uns in den kommenden vier Jahren einstellen?

 

L’inquiétante montée en puissance de l’AfD
AfD: Die neue dritte Kraft im Bundestag AfD: Die neue dritte Kraft im Bundestag AfD: Die neue dritte Kraft im Bundestag

 

3. Verlustreicher Sieg der Union

Bundeskanzlerin Angela Merkel kann nach der Bundestagswahl trotz schwerer Verluste vier weitere Jahre regieren. Nach dem amtlichen Wahlergebnis fällt die Union, wie die SPD, auf ihr schwächstes Resultat seit 1949: 33 Prozent (2013: 41,5).

 

CDU : vers une alliance jamaïcaine
CDU: Verlustreicher Sieg CDU: Verlustreicher Sieg CDU: Verlustreicher Sieg

 

4. Koalitionsbildung als große Herausforderung

Der FDP gelingt nach vier Jahren die Rückkehr in den Bundestag. Mit den ebenfalls vertretenen Linken und Grünen ergibt sich erstmals seit den 50er Jahren wieder ein Sechs-Fraktionen-Parlament. Möglich wäre ein bisher im Bund noch nie erprobtes Jamaika-Bündnis aus CDU/CSU, FDP und Grünen. Einer rechnerisch ebenfalls möglichen Fortsetzung der großen Koalition erteilte die SPD-Spitze sofort nach Wahlschluss eine Absage: "Für uns endet heute die große Koalition", sagte Parteivize Manuela Schwesig. Fraktionschef Thomas Oppermann und Martin Schulz schlossen sich an.

Für uns endet heute die große Koalition

Manuela Schwesig - 24/09/2017

Einfach werden Gespräche über eine Regierungsbildung nicht, nachdem die SPD eine Absage und den Gang in die Opposition verkündet hat: Grüne und Liberale sehen wegen teils gegensätzlicher Ziele ein Dreier-Bündnis mit der Union skeptisch. Der Einigungsdruck ist aber groß, denn von einer Neuwahl könnte die AfD noch stärker profitieren. Als Koalitionspartner kommt diese für keine andere Partei in Frage. 

 

 
Zuletzt geändert am 25. September 2017