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Rechte Gewalt nimmt zu

Länder: Deutschland

Tags: Fremdenfeindlichkeit, Rassismus, Asylbewerber

Die Zahl rechtsextremer Gewalttaten ist in Deutschland im vergangenen Jahr drastisch gestiegen: Im Vergleich zum Vorjahr um 24 Prozent. Zu diesem Ergebnis kommt der Verfassungsschutzbericht 2014, den Innenminister Thomas de Maizière und Verfassungsschutzchef Maaßen am Dienstag in Berlin vorstellten. Besonders beunruhigend ist dabei der Anstieg rassistisch motivierter Gewalttaten, der sich auch 2015 fortzusetzen scheint.

512 rassistisch motivierte Verbrechen zählt der Verfassungsschutzbericht für 2014, so viele wie noch nie seit Einführung des Systems "politisch motivierte Kriminalität" im Jahr 2001. Besonders alarmierend ist die Zunahme an Gewalt gegenüber Flüchtlingen und Asylsuchenden. Der Bericht registrierte 198 strafbare Aktionen gegen Asylbewerberunterkünfte, eine Verdreifachung im Vergleich zum Jahr davor.

512

Gewalttaten stufte der Verfassungsschutz 2014 als fremdenfeindlich ein.

Verfassungsschutzbericht 2014 - 30/06/2015

"Hass und Gewalt gegenüber Flüchtlingen und Asylbewerbern in Deutschland sind beschämend", erklärte Innenminister de Maizière bei der Vorstellung des Verfassungsschutzberichtes am Dienstag in Berlin und bezog damit eindeutig Stellung gegen rechte Gewalt.

Pro Asyl und die Amadeu-Antonio-Stiftung gehen von noch höheren Zahlen aus. Sie publizieren regelmäßig Chroniken der Gewalt gegen Flüchtlinge in Deutschland. Beunruhigend sei vor allem die Zunahme der Brandanschläge auf Unterkünfte von Asylsuchenden: 35 haben die Menschenrechtsorganisationen im Jahr 2014 gezählt.

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Und auch 2015 scheint sich diese Tendenz fortzusetzen. Für dieses Jahr sprach de Maizière bereits von 175 Übergriffen auf Asylbewerberunterkünfte. Wie sich rassistische Gewalt in Deutschland seit Jahresbeginn äußert, zeigt unsere Chronologie.

 

 

 

 

Zuletzt geändert am 8. Dezember 2016