Ramallah: Sehnsucht nach Leben

Länder: Palästina

Tags: Westjordanland, Jugend

Die jungen Leute in Ramallah wollen leben – trotz alledem: in ihrem Land, das kein Land sein darf, das von politischen und religiösen Hardlinern gespalten ist – und wo vom arabischen Frühling wenig zu spüren ist. 20 Jahre alt zu sein, auf der Suche nach einem Platz im Leben, das ist in den Palästinensischen Gebieten eine Herausforderung.

Man nennt sie die Shébabs, die neue Generation der jungen Leute, eingeklemmt zwischen den Traditionen ihrer Eltern und den Verführungen moderner Zeiten vor allem im Internet. 

Die jungen Leute in Hebron reden miteinander online in den Internet-Cafés, dort trauen sie sich miteinander zu flirten, ungesehen von den kontrollierenden Blicken der Älteren. In sechs Monaten gewann Facebook 30 Prozent mehr Nutzer in den Palästinensischen Gebieten, im April waren es 910.000 Profile, das sind immerhin ein Drittel der Menschen die dort leben. 

Am Donnerstagabend beginnt für sie das Wochenende, denn Freitag ist Gebets- und damit Feiertag. In Nablus geht man nur mit der ganzen Familie aus oder gar nicht. In Hebron ist der Alkoholausschank verboten, da weichen sie aus zu den Christen nach Bethlehem. In Ramallah herrscht in den angesagten Clubs eine strenge Kleiderordnung: Abendkleid und Stöckelschuhe, wer underdressed ist, kommt nicht rein. 
Die jungen Reporter der Abschlussklasse der Straßburger Journalistenschule CUEJ auf einer Spurensuche nach dem Leben der jungen Leute im Westjordanland.

Eine reportage von den CUEJ, Marie Pouchin, John Reichenbach, Nicole Gauthier, Jean-Christophe Galen - 
CUEJ Strasbourg – Frankreich 2012

Zuletzt geändert am 8. Dezember 2016