Projekt Familie

Länder: Österreich, Belgien, Frankreich, Deutschland

Tags: Ehe, Eltern, Liebe, Familie

Viele Scheidungen, viele Single-Haushalte, viele Einzelkinder, eine immer niedrigere Geburtenrate - die Familie scheint kein funktionierendes Lebensmodell mehr zu sein, zumindest keines, das dauerhaft Glück und Zufriedenheit garantiert.

Samstag, 11. Oktober

14:00

Yourope

Projekt Familie - So wünschen sich Europäer ihr Leben

Trotzdem steht "eine eigene Familie" bei den jungen Europäern ganz oben in der Rangfolge, wenn es um Wünsche und Pläne für die eigene Zukunft geht. Allerdings hat sich das Verständnis dessen, was eine "richtige Familie" ausmacht, dramatisch gewandelt. Bestand früher die Familie wie selbstverständlich aus Vater, Mutter und Kind, so gibt es heute eine große Vielfalt an Familienformen.

Längst werden nicht nur Patchwork-Familien und Alleinerziehende als Familie akzeptiert, sondern auch gleichgeschlechtliche Elternpaare mit Kindern. In den Großstädten machen alternative Familienformen mittlerweile knapp die Hälfte aller Familien aus. Der neueste Trend: Co-Parenting, d.h. mehrere "Eltern", die sich zusammenfinden, um gemeinsam ein Kind zu haben, ohne dass darunter ein Paar im klassischen Sinne ist.

 

Frankreich: der "PACS"

Nicht heiraten und trotzdem (fast) alle Vorteile einer ordentlichen Eheschließung erhalten – in Frankreich ist das seit Jahren möglich. Dort wird immer weniger geheiratet und immer mehr "gepacst". Der "Pact civile de solidarité" war eigentlich für homosexuelle Paare gedacht, doch inzwischen boomt er vor allem bei heterosexuellen Paaren. Kein Wunder. Es ist denkbar einfach so einen Pacs zu schließen. Es reichen: Personalausweis, die Geburtsurkunde und die Unterschrift unter einem Formular beim Amtsgericht.

 

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Belgien: die Eurofamily

Es ist ja chic, schlecht über Europa zu reden, aber tatsächlich wächst und gedeiht es – und damit gibt es immer mehr Familien, bei denen die Eltern nicht nur aus verschiedenen Ländern stammen, sondern auch, meistens beruflich bedingt, überall in Europa leben und damit zurechtkommen müssen. Keine Heimat im ursprünglichen Sinne mehr, sondern Heimat Europa. Spannend, aber auch stressig bisweilen, vor allem für die Kinder. Wo sollen sie Wurzeln schlagen?

 

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Deutschland: "Co-Parenting"

Was, wenn jemand unbedingt gerne ein Kind haben möchte, aber einfach nicht die dazu passende Liebesbeziehung findet? Was, wenn ein anderer Mensch hingegen ein Kind hat, aber ebenfalls keine passende andere Hälfte dazu an der Seite hat?

 

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Wer eine höchst unkonventionelle Form von Elternschaft sucht, kann sein Gegenüber auf einem speziellen Onlineportal kennen lernen. Z.B. den Spender für eine künstliche Befruchtung oder einen Co-Vater, der an der Erziehung nur alle paar Wochen online beteiligt wird. Unterschiedlichste Formen sind denkbar, "Co-Parenting" nennt sich dieser neue Trend. Entstanden ist er in den USA, findet nun aber auch in Europa immer mehr Anhänger.

Yourope SWR9 co-parenting
Österreich: die Großfamilie

Sind die Kommunen der alt 68er von gestern? Fast könnte man sie für immer noch aktuell halten, wenn man die neuen Erfahrungen mit Großfamilien sieht, die heute als "Co-Housing" bezeichnet werden.

 

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Yourope berichtet von der Pomali-Siedlung im österreichischen St. Pölden. Singles mit Kindern, Familien, Ledige, Verheiratete, Homosexuelle, wohnen zusammen - mit offenen Türen. Und die sind nicht etwa offen, damit es zieht, sondern damit die Kinder immer jemanden haben, auch wenn Papi oder Mami gerade mal wieder arbeiten müssen.

Yourope SWR9 Faktencheck

 

 

 

 

Zuletzt geändert am 8. Dezember 2016