Präsidentschaftswahl in Mali: Stichwahl in Sicht

Länder: Mali

Tags: Präsidentschaftswahl, Terrorismus

Bei der mit Spannung erwarteten Präsidentschaftswahl in Mali hat Amtsinhaber Ibrahim Boubacar Keita die absolute Mehrheit verpasst. Wie 2013 wird ihm in der Stichwahl Oppositionsführer Soumaila Cissé gegenübertreten. Die internationale Gemeinschaft erhofft sich vom neuen Präsidenten Impulse für den Friedensprozess.

Mali: Bedroht der Islamismus die Präsidentschaftswahl?

Nach offiziellen Angaben kam Malis scheidender Präsident Ibrahim Boubacar Keita in der ersten Runde auf 41,4 Prozent der Stimmen. Er verpasste die absolute Mehrheit und zieht am 12. August in die Stichwahl gegen den Chef der Opposition Soumaila Cissé ein. Letzterer konnte im ersten Wahlgang rund 18 Prozent der Wähler von sich überzeugen. Auf Platz drei lag der Geschäftsmann Aliou Diallo mit knapp acht Prozent, auf Platz vier der frühere Chef der Übergangsregierung, Cheick Modibo Diarra, mit knapp 7,5 Prozent.

Die Wahlbeteiligung lag bei gut 43 Prozent. Obwohl mehr als 30.000 malische und ausländische Sicherheitskräfte im Einsatz waren, blieben rund 700 Wahlbüros im ländlichen Raum im Zentrum und Norden des Landes am Wahltag geschlossen. Der wüstenhafte Norden Malis ist das Rückzugsgebiet mehrerer dschihadistischer Gruppen, die der Terrororganisation Al-Kaida nahestehen.

Seit 2013 versucht eine Blauhelmmission der Vereinten Nationen das Land zu stabilisieren und eine Machtübernahme durch Islamisten zu verhindern. Auch die Bundeswehr ist an den 14.000 Mann starken Mali-Missionen der UNO und der EU beteiligt. Mit etwa 1.000 Soldaten ist es ihr zweitgrößter Auslandseinsatz nach Afghanistan.