Peking: Jagd auf die Armen

Länder: China

Tags: Vertreibung, Wanderarbeiter

Peking will bis 2020 insgesamt 15% Prozent weniger Einwohner zählen. Deshalb drängen sie zurzeit die Wanderarbeiter raus aus der Stadt.

Pekin, Sus Aux Invisibles
Peking: Jagd auf die Armen Peking will bis 2020 insgesamt 15% Prozent weniger Einwohner zählen. Deshalb drängen sie zurzeit die Wanderarbeiter raus aus der Stadt. Peking: Jagd auf die Armen

 

Staatspräsidenten Xi Jinping verfolgt ein großes Ziel: Peking soll bis 2049 die blühende Hauptstadt der Welt werden. Dazu müssen aber als erste Maßnahme die Elendsviertel weichen und die Armen, die darin wohnen. Es sind vor allem Wanderarbeiter, sie haben ohnehin kein permanentes Aufenthaltsrecht in Peking: Im November walzten die Bagger eine Siedlung bei Xinjiang platt, nachdem die Behörden die 200 000 dort lebenden Menschen aufgefordert hatten, ihre Häuser, Wohnungen, Läden und Werkstätten sofort zu räumen. 

Die Behörden bezeichnen die Wanderarbeiter gerne als "Abschaum der Gesellschaft" - doch sie unterschlagen dabei, dass gerade diese Arbeiter vom Land wesentlich mit dazu beitrugen, China zur Fabrik der Welt umzuformen: mit viel Fleiß und Überstunden, zum Teil ohne jede soziale Absicherung und in der Regel zu kleinen Löhnen. Gegen die Räumungen zu protestieren, das traut sich niemand in der sogenannten Volksrepublik, die ihren elitären Kapitalismus mehr schlecht als recht unter der sozialistischen Fahne verhüllt. Unsere Reporter dokumentieren das Schicksal der Wanderarbeiter in Peking in diesem Winter.    

Von Sébastien Le Belzic, Yin Yu – ARTE GEIE / Hikari Films – Frankreich 2018

Zuletzt geändert am 2. März 2018