Partyfieber - so bunt feiern Europäer

Länder: Österreich, Georgien, Deutschland

Tags: Techno, Karnaval

Wie keine andere Jahreszeit ist der Sommer die große Zeit der Feste und der Festivals.

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Hatten Feste früher fast immer einen religiösen Hintergrund und das Feiern folgte einem streng-traditionellen Reglement, so sind Feste heute meistens fröhliche Auszeiten vom Alltag, orientieren sich weniger an religiösen und regionalen Traditionen, sondern folgen globalen "Moden" -  Party 2.0.

 

 

Österreich: Holy Gaudi

 

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So stehen in diesem Jahr Holi-Parties ganz oben auf der Rangliste der Pflicht-Events,  durch und durch weltliche Spaß-Feste, die allerdings, und da schließt sich der Kreis, ihren Ursprung im hinduistischen indischen Frühlingsfest haben.

(So schön bunt hier ... das Kamerateam beim Dreh des Holi Gaudy-Festivals in Graz)

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Fotos: Julia Henninger

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Georgien: Traditionelles Hirtenfest

 

Party machen, Feste feiern - das gab es schon immer, bei allen Kulturen.

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Tuschen in Georgien

Die Anläße und die Rituale sind verschieden, aber immer sind Feste intensive Gemeinschaftserlebnisse, festigen den sozialen Zusammenhalt, überwinden gesellschaftliche Grenzen. Das übersieht man leicht bei heutigen Parties und Festivals, weil es da scheinbar nur um den Spaß an sich, um Kommerz und Konsum geht, aber es ist überdeutlich bei sozialen Gruppen und ganzen Völkern, die in ihrer traditionellen Lebensweise bedroht sind.

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Für sie sind die jahrhundertealten Feste eine Überlebensstrategie, zum Beispiel für die Tuschen in Georgien, am Rand Europas, für die Alten, wie für die Jungen.

 

Deutschland: DJ Natur

 

So unterschiedlich die Welten auch sind, letztlich erfüllen auch moderne Parties und Festivals keinen anderen Zweck als die traditionellen Feste.

Selbst die scheinbar so monotonen Technoparties sind nicht nur "fressen, saufen, scheißen", wie es etwas drastisch der deutsche DJ Dominik Eulberg formuliert, sondern Alltagsbewältigung.

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Und bei Dominik Eulberg haben sie sogar besonders viel gemein mit der Natur-"Party" der jungen "Cowboys" in Ost-Georgien, denn die Natur ist für ihn der zentrale Bezugspunkt seiner Musik.

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Er ist nicht nur selbst ein leidenschaftlicher Vogelkundler, seine Musik vereint Techno-Raves und den Gesang der Vögel und das Gequake der Frösche - Öko-Techno sozusagen und Parties, die die technisierte Welt und die Natur in Einklang bringen sollen. Wenn das mal nicht Kraft gibt für den Alltag?

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Deutschland: Rausch - aber richtig

 

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Die Euphorie, das Rauschhafte, das Außergewöhnliche macht den Kick beim Feiern aus. Schon immer haben deshalb zu den Festen rauschfördernde Drogen gehört, bei allen Kulturen. Weil sie das Feiern nicht nur fördern, sondern auch gefährlich,  nicht nur Medizin, sondern auch  Gift sind, geschah das bei vielen Völkern in engen Grenzen. In modernen Gesellschaften gibt es diese schützenden Grenzen nicht mehr so, es gibt allenfalls noch die Unterscheidung zwischen legalen und illegalen Drogen, wobei damit nicht automatisch gesagt ist, was schädlicher oder weniger schädlich ist, z.b. Alkohol oder Haschisch.

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Kann man mit Drogen, ohne die die meisten Parties und Feste nicht auskommen, so umgehen, daß sie das Leben nicht zerstören, oder ist das ein zu riskantes Spiel. No risk, no fun, denken da viele Partygänger und lassen sich gerne auf das Risiko ein. Gut beraten sind sie allerdings, wenn sie sich wenigstens an gewisse "Saferuse"-Regeln halten

 

Faktencheck

 

Raus aus dem Alltag, rein in die Party, Sex, and Drugs and Rock n´Roll. Für junge Leute ist das die Freizeitbeschäftigung mit dem größten Kick, 4 bis 6 mal im Monat geradezu Pflicht, will man dazugehören. 70% der Partygänger trinken dabei mehr oder minder starken Alkohol um Spaß zu haben, 40% kiffen regelmäßig.

Besonders eng ist der Zusammenhang von Parties und illegalen Drogen in der Technoszene. Der Konsum von "Partydrogen" ist dort fast 20mal höher als bei der Normalbevölkerung.Geschätzte 60% derjenigen, die mehr als 2 Jahre dabei sind und regelmäßig  Technoparties besuchen, nehmen unerlaubte Rauschmittel wie Kokain, Ecstasy oder Amphetamine, wobei vor allem die Amphetamine im Trend liegen.

 

Protugal: Das Antoniusfest der Liebe

 

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Das Stadtfest von Lissabon, das Fest des Hl. Antonius, ist zwar ein traditionelles Fest, aber es hat sich im Laufe der Jahrhunderte immer an die Sitten der Zeit angepaßt ist dadurch nur noch tiefer verwurzelt in der Bevölkerung. Es begann als kirchliches Fest ist aber auch im modernen Lissabon der Höhepunkt im sozialen Leben der Stadt, auch für die, die mit  Tradition und der Religion sonst nichts am Hut haben. Aber, es ist ja auch ein Fest der Liebe.

 

Yourope macht Sommerpause. Wir sehen uns wieder am Samstag, den 6. September auf ARTE

 

 

 

Zuletzt geändert am 8. Dezember 2016