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Palästinenser: Zielscheibe jüdischer Extremisten

Länder: Israel

Tags: Juden, Extremismus, Anschläge

Gerade mal 18 Monate alt war das Baby, das am 31. Juli 2015 bei dem von extremistischen Juden verübten Brandanschlag im Westjordanland ums Leben kam. 16 Jahre alt war Schira Banki als sie und fünf weitere Teilnehmer der Jerusalemer Gay-Pride von einem ultraorthodoxen Juden mit einem Messer attackiert wurden. Gestern erlag sie ihren Verletzungen. Israels Ministerpräsident Benjamin Netanjahu kündigte indes eine Politik der "Null-Toleranz" an.

Die Worte des israelischen Regierungschefs infolge der jüngsten Ereignisse sind ungewöhnlich hart. Er wolle "mit aller Kraft gegen das Phänomen des Hasses, des Fanatismus und des Terrorismus von jeglicher Seite" ankämpfen.
Außerdem ordnete Israels Verteidigungsminister Mosche Jaalon an, gegen jüdische Ultranationalisten die sogenannte Verwaltungshaft anwenden zu wollen. Ein Novum, denn bisher kam diese nur bei Palästinensern zum Einsatz. Mit der Verwaltungshaft ist es möglich, Verdächtige ohne Anklage praktisch uneingeschränkt festzuhalten.  
 
Während Israels Regierung jüdischen Terrorakten nun entschlossen Einhalt gebieten möchte, stellt sich beim Blick in die Vergangenheit die Frage nach politischen Versäumnissen. Seit Jahrzehnten kommt es in der Krisenregion immer wieder zu extremistischen Übergriffen durch Juden und immer wieder gibt es unschuldige Tote.  

Am Montag ist es den israelischen Sicherheitsbehörden gelungen, Meir Ettinger, Chef einer ultranationalistischen jüdischen Gruppe festzunehmen. Ettingers Großvater ist der rechtsextreme Rabbiner Meir Kahane, der 1971 die Kach-Bewegung ins Leben rief. Eine von vielen extremistischen Gruppierungen, die sich für die Vertreibung aller Araber aus Israel einsetzt.

 

Extremisme juive VA

 

Zuletzt geändert am 8. Dezember 2016