Palästina: Keine Mauer in Battir

Länder: Palästina

Tags: UNESCO

Battir bei Jerusalem ist nicht das erste Palästinenser-Dorf, dass sich gegen Israels Schutzmauer wehrt – aber Battir ist das erste Dorf in der Geschichte des Mauerbaus, dessen Widerstand von einer Regierungsbehörde Israels unterstützt wird: Die israelische Behörde für Naturschutz fällt den Plänen des israelischen Ministeriums für Verteidigung damit in den Rücken.

Battir ist umgeben von einer tausende Jahre alten Terrassen-Landwirtschaft – so einzigartig, dass sich die Palästinenser sogar an die UNESCO gewandt haben, um Battir zum Weltkulturerbe erklären zu lassen. Die große Sperrmauer, die Israel vor Terroranschlägen schützen soll, seit 1994 im Bau, würde die Terrassen Battirs zerschneiden und damit für alle Zeit zerstören. 

Statt mit Demonstrationen und Steine werfen wie andere Dörfer in Palästina kämpften die Leute von Battir mit Worten und wandten sich an die Naturschutzbehörde in Israel. Die schrieben an das für den Mauerbau zuständige Verteidigungsministerium: “Der Kampf unserer Nachbarn versetzt uns in eine extrem beschämende Position, und wir sollten mit ihnen zusammenarbeiten, um die Landschaft zu beschützen.“

Inzwischen forderte sogar das Oberste Gericht in Israel nach einer Klage von Umweltschützern das Verteidigungsministerium auf, eine alternative Route für den Verlauf der Mauer vorzulegen. Noch ist damit der Kampf um Battir nicht gewonnen – die Parteien streiten weiter. 

EIne reportage von Uri Schneider, Shalom Rufeisen und Colin Rosin – ARTE GEIE – Deautchland 2013

Zuletzt geändert am 8. Dezember 2016