Palästina: Die Kinder der Intifada

Länder: Israel, Palästina

Tags: Konflikt, Jugend

In keinem anderen Konflikt der Welt treten Kinder und Jugendliche so sehr als Akteure des Widerstands auf, wie in dem zwischen Palästinensern und Israelis. Die jungen Palästinenser sind als Steinewerfer gegen israelische Panzer zum Symbol der Intifada geworden – und instrumentalisiert von ihren Anführern für die Sache der Palästinenser. 

Es ist ein Ritual, dass sich seit zehn Jahren Woche für Woche wiederholt: "Freiheit für Palästina" schreien sie den israelischen Soldaten entgegen und schleudern Steine auf deren Panzer und Jeeps – die Soldaten antworten mit Tränengas, mindestens. 

Für die Kleinsten unter den Demonstranten ist die Teilnahme am Protest so etwas wie ein Mannbarkeitsritus, auf jeden Fall aber ein erster wichtiger Schritt in die Welt der Großen: Sie wollen es den Älteren gleichtun, koste es was es wolle – denn die israelische Armee reagiert in aller Schärfe, wenn sie die Jungen zu fassen kriegen. Sie verhaften sie, behandeln sie schlecht während der Verhöre und bestrafen manche mit Gefängnis. Schließlich kann ein gut gezielter Stein an den Kopf einen Soldaten töten, argumentieren die Richter. 

Aber alle Versuche, die jungen Leute und ihre Familien mittels harten Durchgreifens abzuschrecken, scheinen zu scheitern. Jede Woche wiederholt sich das gleiche Ritual, die Älteren machen es vor, die Jüngeren strömen nach. Unsere Reporter waren dabei. Sie wollten wissen, wie es um die Chancen des Friedens steht zwischen Israelis und Palästinensern, wenn schon die Kleinsten lernen, dass man der anderen Seite am besten nur mit Steinen in der Hand begegnet. 

Von Olivier Pighetti, Sufian Taha, Matan Gez und Fabienne Clavier-Kaufinger – ARTE GEIE / Piments Pourpres Productions – Frankreich 2013

 

 

Zuletzt geändert am 8. Dezember 2016