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Opposition in Venezuela erhält Sacharow-Preis

Länder: Europäische Union, Venezuela

Tags: Sacharow-Preis

Die demokratische Opposition in Venezuela erhält in diesem Jahr den renommierten Sacharow-Preis für geistige Freiheit. Sie war bereits 2015 für den Menschenrechtspreis nominiert, der jährlich vom EU-Parlament vergeben wird. Vor allem die Nationalversammlung und alle politischen Gefangenen in Venezuela sollen mit dem Preis geehrt werden. Seit Anfang des Jahres sind mehr als 130 Oppositionelle ermordet und über 500 willkürlich inhaftiert worden. Laut eines Berichts der Menschenrechtsorganisation "Foro Penal Venezolano" ist die Zahl der politischen Häftlinge im Land auf mehr als 600 angestiegen.

Die angespannte Lage in Venezuela hat ARTE Info zum Anlass genommen, um Revue passieren zu lassen, was sich seit dem Tod von Hugo Chávez ereignet hat und wie die aktuelle Krise sich derart aufheizen konnte.

2016 erhielten die Jesidinnen Nadia Murad und Lamija Adschi Baschar den Sacharow-Preis. Sie hatten sich im Irak in Gefangenschaft der Terrororganisation "IS" befunden. Mit ihrer Flucht und ihrem Kampf für die Jesiden sind sie zu Botschafterinnen der christlichen Minderheit im Nord-Irak und Syrien geworden. 2015 wurde der saudische Blogger Raif Badawi mit der Auszeichnung für seinen Einsatz für Meinungsfreiheit und Toleranz gewürdigt. Badawi hatte 2008 ein Forum gegründet, mit dem er eine gesellschaftliche, politische und religiöse Debatte fördern wollte.

Mit dem Sacharow-Preis zeichnet das Europaparlament seit 1988 Menschen oder Organisationen aus, die sich für Menschenrechte und Grundfreiheiten einsetzen. Nominiert waren in diesem Jahr neben der demokratischen Opposition in Venezuela der eritreische Journalist Dawit Isaak und die Menschenrechtsverteidigerin Aura Lolita Chavez Ixcaquic. 

Der mit 50.000 Euro dotierte Preis wird am 13. Dezember im EU-Parlament in Straßburg überreicht.
 

 
Die bisherigen Preisträger des Sacharow-Preises

Zuletzt geändert am 26. Oktober 2017