|

Opec-Länder wollen ihre Ölfördermenge drosseln

Länder: Welt

Tags: OPEC, Öl

Die Organisation Erdöl exportierender Länder (Opec) hat bei ihrem Treffen in Algier am Mittwochabend nach sechsstündigen Verhandlungen beschlossen, die tägliche Förderung auf 32,5 bis 33 Millionen Barrel zu drosseln. Im August hatten die Länder laut Internationaler Energie-Agentur im Schnitt 33,47 Millionen Barrel täglich produziert. Beim Treffen in Algerien war auch das Ölförderland Russland dabei.

Opep : baisse de la production du pétrole
Opec: Fördermenge von Erdöl verringert Zum ersten Mal seit acht Jahren hat sich die OPEC auf eine Reduzierung der Öl-Fördermengen einigen können. Opec: Fördermenge von Erdöl verringert

Mehr zum Thema:

Nach zwölf Jahren Verhandlungszeit haben die westlichen Staaten im Sommer 2015 ein historisches Abkommen im Streit um das iranische Atomprogramm erzielt. In unserem Dossier finden Sie Interviews, Reportagen und eine Chronologie der Ereignisse.

Die Einigung wurde möglich, weil Saudi-Arabien zustimmte, dass der Iran seine Fördermenge nicht drosseln muss. Der Iran leidet unter den Folgen der jahrelangen Sanktionen des Westens wegen seines Atomprogramms. Im April war eine Einigung auf eine Drosselung am Widerstand des Iran gescheitert.

Um wieviel Barrel jedes einzelne Mitgliedsland seine Ölförderung zurückfahren soll, soll auf dem Opec-Gipfel am 30. November in Wien festgelegt werden.

Die Ölförderung der Opec-Länder macht etwa 40 Prozent des weltweiten Angebots an Rohöl aus. Seit zwei Jahren haben sie mit sehr niedrigen Ölpreisen zu kämpfen. Von mehr als 100 Dollar pro Barrel im Juni 2014 war der Preis bis Anfang dieses Jahres auf unter 30 Dollar gesunken.

 

Infographik Iran Erdöl

 

Ist die Einigung überhaupt realistisch? 

Da gehen die Meinungen auseinander. Analyst Greg McKenna von AxiTrader erklärte, viele Opec-Staaten litten stark unter dem niedrigen Ölpreis. Ihre Wirtschaft stagniere oder schrumpfe, das wirke sich auf den Staatshaushalt aus. Dies habe zur überraschenden Einigung geführt. "Ich glaube, sie werden die versprochene Drosselung auch durchhalten", sagte McKenna. 
Andere Analysten zeigten sich skeptisch. Noch seien die Einzelheiten nicht vereinbart. Fraglich sei auch, wie andere Ölförderländer wie Russland, die USA und Kanada reagierten, sagte Alex Furber von DMC Markets. Russland pumpe so viel Öl in den Markt wie zu Sowjet-Zeiten. "Es gibt immer noch eine Menge Öl da draußen."
 

Zuletzt geändert am 29. September 2016